Marlene Dietrich Liebesbriefe an Bäcker entdeckt
Hannover - Einblicke in das Gefühlsleben von Marlene Dietrich geben acht zufällig in Hannover entdeckte frühe Liebesbriefe der Film-Diva. Ich komme mir so leer vor, Michelein, ohne all die Liebe", schrieb die damals 20-jährige Dietrich im Oktober 1921 an den hannoverschen Bäckermeister Willy Michel.
Das Auktionshaus Kastern in Hannover veröffentlichte am Freitag die Briefe und ein Tagebuch, die von den Erben der Witwe des einstigen Dietrich-Liebhabers im Nachlass auf einem Dachboden entdeckt worden waren. Dies seien die frühesten bislang bekannten Dokumente des Weltstars, sagte Auktionator Holger Grimm der Nachrichtenagentur Reuters. Durch einen Schriftvergleich seien sie als echt identifiziert worden.
"Haben Sie schon schöne Frauen gefunden? Und gnädigere als mich?" fragt die damalige Musikhochschülerin in Weimar ihren Geliebten in Hannover auf schwarz-goldfarbig umrahmten Briefpapier. Die junge Dietrich bedankt sich in den Briefen in Sütterlin-Schrift für Blumen- und Parfumgeschenke, gesteht aber auch: "H ... grüßt; er fährt heut Nacht wieder mal ins Sündenbabel. Ich wünschte, ich könnte mit!" Die Schauspielerin, der später in Hollywood lesbische Neigungen nachgesagt wurden, schrieb im Oktober 1921: "Eine Frau ... behauptet mich zu lieben. Aus Neugierde hätte ich mich mal näher nach ihr umgeschaut."
Tiefere Einblicke in ihr Liebesleben gibt Grimm zufolge allerdings auch das Tagebuch nicht. Dort zeige Dietrich sich eher von ihrer poetischen Seite. "Durch dunkle bittre Stunden weiterleben und ein Luftschloss haben, an das man immer denkt, wenn das Trübe kommt, dann geht alles, selbst das dunkle Trübe, zitierte Grimm aus dem kleinformatigen Band.
Die Dokumente, die Grimm zufolge in sehr gutem Zustand sind, sollen am 31. März in Hannover versteigert werden. Der Mindestgebotpreis für einen Brief liegt bei 1000 Mark. Grimm rechnet mit Interessenten aus aller Welt, vor allem aus den USA und Deutschland.