Marokko 49 Häftlinge starben bei Großbrand
Rabat - Nach Agenturberichten aus Marokko wurden bei dem Großfeuer in der Haftanstalt Sidi Moussa in dem Ort El Jadida weitere Insassen und zwei Wärter zum Teil schwer verletzt. Mindestens acht der Verletzten schwebten noch in Lebensgefahr.
Das Feuer in der Strafanstalt war in der Nacht zum Freitag in der rund 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Rabat gelegenen Haftanstalt ausgebrochen. Medienberichten zufolge stand einer der vier Gefängnistrakte komplett in Flammen, der Rauch breitete sich aber auch in die übrigen Trakte aus, wo viele Häftlinge an Rauchvergiftungen starben.
Statt 1000 Häftlinge waren mehr als 1300 Personen im Knast
Ein weiterer Grund für die vielen Toten könnte allerdings auch die Überbelegung der Strafanstalt gewesen sein, berichteten Journalisten vor Ort. Das Gefängnis in der Küstenstadt El Jadida wurde 1994 für 1000 Insassen gebaut, tatsächlich waren dort nach offiziellen Angaben aber mehr als 1300 Häftlinge untergebracht. Die Brandursache stand zunächst nicht fest. Ermittler äußerten die Vermutung, das Feuer könnte von einem elektrischen Defekt ausgelöst worden sein. Der stellvertretende Innenminister Fouad Ali Al Himma betonte jedoch, der Grund für den Brand sei nach wie vor unbekannt.
Marokkos König Mohammed sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Kabinettsminister reisten zum Brandort, um die Ermittlungen zu koordinieren und Hilfe für die Angehörigen in die Wege zu leiten.