Mary Quant, 93 - Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Mary Quant, 93

• aus DER SPIEGEL 16/2023
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Keystone Press / Alamy / mauritius images

Sie gab den Swinging Sixties ein Gesicht und die passenden Outfits. Für Mary Quant war ganz London ein Laufsteg, auf dem sie ihre Mode präsentierte, sie habe, bescheinigte ihr einst »The Times«, die Stadt und »das moderne Leben radikaler beeinflusst als jeder Modedesigner«. Dabei wollte die Tochter eines Lehrerpaares einfach nur »Kleidung machen, in der du dich bewegen kannst, Röcke, in denen du rennen und tanzen kannst«, erklärte sie später.

Sie gilt als Pionierin des Minirocks, noch kürzer waren nur ihre Hotpants, bald gehörten PVC-Regenmäntel zum Programm, später wasser­fester Mascara; zuletzt designte sie Interieur. Quant studierte Illustration am Goldsmiths’ College of Art in London, lernte Hutmacherin und eröffnete 1955 ihren Laden Bazaar, unterstützt durch ihren späteren Mann Alexander Plunkett Greene, die Liebe ihres Lebens.

Dort verkehrten bald Brigitte Bardot und die Beatles, die Stones und Audrey Hepburn. Unter den entsetzten Augen des Establishments nahm die Revolte der Jugend auch in der Mode ihren Lauf, Quants Business boomte, ihr Logo, das Gänseblümchen, ziert heute diverse Exponate im Victoria and Albert Museum. Über das Alter habe sie nie nachgedacht, sagte sie einmal, »weil es so schön ist, am Leben zu sein«. Mary Quant starb am 13. April in Surrey.

KS
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