Massachusetts Leiche lag tagelang in öffentlichem Pool
Fall River - Nachts heimlich in ein Freibad einzubrechen, den Pool für sich alleine zu haben und im Dunkeln zu schwimmen, ist ein beliebter Spaß unter Jugendlichen. Doch als ein Teenager-Paar am Dienstagabend in Fall River, Massachusetts, über den Zaun eines Freibads kletterte und ins Wasser sprang, war es mit dem Spaß schnell vorbei.
Tagsüber waren zwei Angestellte der Stadt zu dem Pool gekommen. Eigentlich hätte das Schwimmbad geschlossen sein sollen, eine Genehmigung der Stadt war abgelaufen. Nach Angaben des Bürgermeisters William Flanagan stellten die Inspektoren fest, dass das Wasser düster sei. Weil aber die Chlor- und PH-Werte in Ordnung waren, zogen sie von dannen.
Erst die Jugendlichen merkten, dass nichts in Ordnung war: Sie entdeckten am Grund des Pools eine Leiche.
Marie Joseph, 36, Mutter von fünf Kindern, war nach Zeugenangaben am Sonntag von einer Rutsche gefallen und auf einem neunjährigen Jungen gelandet, der sich im Wasser aufhielt. Sie verschwand daraufhin unter der Oberfläche und tauchte nicht mehr auf. Der Junge meldete das dem Bademeister, berichtet die BBC. Dem Hinweis sei aber nicht nachgegangen worden, Freunde von Joseph gingen davon aus, dass sie den Pool unbemerkt verlassen hatte.
Laut BBC blieb ihre Leiche rund 58 Stunden lang unentdeckt. Das Bad war tagsüber geöffnet, Schwimmer zogen ihre Bahnen. Ein regelmäßiger Besucher des Schwimmbads sagte, der Pool sei rund vier Meter tief, es sei nicht möglich, jemanden am Boden zu sehen.
Warum aber niemand ob des dreckigen Wassers stutzig wurde, warum die Inspektoren nichts bemerkten, als sie am Dienstag das Wasser auf ihren Chlorgehalt untersuchten, beschäftigt nun die Behörden. Und: Woran starb Marie Joseph?
In Massachussetts wurden am Mittwoch alle 24 staatlich betriebenen Bäder geschlossen. Die beiden Inspektoren wurden ebenso beurlaubt, wie die Mitarbeiter des Schwimmbads. Alle werden derzeit von der Polizei befragt. Die Leiche wurde obduziert, die Ergebnisse aber noch nicht veröffentlicht.
"Es ist ekelhaft", sagte Sandra Vieria, 36, dem "Boston Herald". Sie war am Sonntag, Montag und Dienstag mit ihren Töchtern im Pool geschwommen. "Ich habe mich heute schon drei mal geduscht, meine Kinder sind permanent unter der Dusche."
Vieria beschrieb die Farbe des Wasser als "schmutziges dunkelgrün". "Als ich unter Wasser war und meine Augen öffnete, konnte ich nicht einmal meine Füße sehen", sagte ihre Tochter Chrystal, 17.
Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde versicherte den Schwimmern, die am Montag und Dienstag im Pool waren, dass sie keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten hätten. Das Chlor biete genügend Schutz. Dass davon genug im Wasser war, hatten ja die Inspektoren festgestellt.