Massenpanik in Indien Tod am Godavari
Bombay - Das indische Fernsehen berichtet, mindestens 39 Menschen seien ums Leben gekommen, als sich Millionen Pilger aufmachten, um in den von ihnen als heilig erachteten Fluss Godavari bei Nasik rund 170 Kilometer nordöstlich von Bombay zu steigen. Unter den Toten seien vor allem ältere Frauen, hieß es.
Ein hochrangiger Behördenvertreter sagte während der Rettungsarbeiten: "Im Moment beträgt die Totenzahl 24 und mehr als 50 sind verletzt, aber die Zahlen steigen. Wir ziehen immer noch Leute aus der Menge heraus." Augenzeugen berichteten, dass Tausende von Pilgern die Polizeisperren durchbrochen hätten, um ihrer rituellen Pflicht nachzukommen und im Godavari unterzutauchen.
Das Festival, zu dem zwischen dem 30. Juli und dem 1. September rund 60 Millionen Hindus strömen, findet alle zwölf Jahre in Allahabad statt, immer dann, wenn sich Jupiter und Sonne in einer bestimmten Konstellation befinden. In kleinerem Umfang feiern die Gläubigen alle drei Jahre an anderen Orten, darunter in Nasik.
Der Godavari gilt als heilig. Hindus glauben, dass man sich in ihm zu bestimmten Zeiten von Sünden reinwaschen kann. Das Fest geht auf einen hinduistischen Mythos zurück. Demzufolge erbeuteten Götter einen Topf mit Nektar, der sie im Kampf gegen Dämonen unbesiegbar machte. Ein Gott floh mit dem Nektar und verschüttete dabei an zwölf Stellen - vier in Indien und acht im Himmel - Tropfen des Nektars.
Nach den Bombenanschlägen von Bombay sind die indischen Behörden in Alarmbereitschaft. Sie befürchten, dass es auch beim Kumbh-Mela-Fest zu Anschlägen muslimischer Extremisten kommen kann.