Mauretanien: Drama um Flüchtlinge beendet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mauretanien Drama um Flüchtlinge beendet

Die zweimonatige Irrfahrt von fast 400 Flüchtlingen auf dem Atlantik vor der Westküste Afrikas ist beendet: Die in Seenot geratenen Männer sind in Mauretanien an Land gegangen. Ihr Aufenthalt währt nur kurz - und die Abschiebung droht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nouakchott - Der marode Frachter, mit dem die Asiaten und Afrikaner zu den Kanarischen Inseln gelangen wollten, wurde heute in den Hafen von Nouadhibou in Mauretanien geschleppt. Der Rote Halbmond und das spanische Rote Kreuz hatten die Flüchtlinge mit Lebensmitteln versorgt.

Die 372 Männer - an Bord des Schiffes waren keine Frauen - hatten zuletzt über eine Woche lang auf dem Schiff vor der Küste des nordwestafrikanischen Wüstenstaats festgesessen. Spanien und Mauretanien verständigten sich darauf, dass die Flüchtlinge in Nouadhibou an Land gehen dürfen.

Spanien erklärte sich im Gegenzug bereit, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückgebracht werden. Die Schiffsinsassen stammten aus Indien, Pakistan, Sri Lanka, Birma, der Elfenbeinküste, Sierra Leone und Liberia. Ein Teil der Flüchtlinge sollte nach Angaben der spanischen Behörden direkt von Mauretanien aus abgeschoben, ein anderer Teil zunächst nach Spanien gebracht werden.

Der Frachter war vor gut zwei Monaten vermutlich in Guinea-Conakry oder der Elfenbeinküste in See gestochen. Vor der Küste des Senegals hatte er einen Motorschaden. Da der Senegal eine Aufnahme der Flüchtlinge ablehnte, schleppte der spanische Seenotrettungsdienst das Schiff bis vor die Küste Mauretaniens.

Vor der Küste der Westsahara nahmen unterdessen marokkanische Sicherheitskräfte 44 Afrikaner fest. Das Boot der Flüchtlinge habe auf offenem Meer einen Motorschaden gehabt, als sie sich auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln befunden hätten, teilten örtliche Behörden mit. An Bord sei zudem eine Leiche gefunden worden; die Todesumstände seien unklar. Der Name des Bootes deute daraufhin, dass die Flüchtlinge von Mauretanien aus gestartet seien, hieß es weiter.

jjc/AFP/dpa