Máxima und Willem-Alexander Zwischenstopp in der Schweiz
Amsterdam - Nach dem Zwischenstopp in der Schweiz könnte das Paar nach London weitergeflogen sein, wo sie angeblich die argentinischen Eltern der Braut treffen wollten. Berichten zufolge sollen sich die Zorreguietas die Hochzeit ihrer Tochter im Fernsehen angeschaut haben. Danach halten sie sich in London oder Brüssel auf, um die Frischvermählten noch am Wochenende zu sehen.
Máximas Vater, Jorge Zorreguieta, war auf niederländischen Druck nicht gekommen. Er ist umstritten, weil er Anfang der achtziger Jahre argentinischer Landwirtschaftsminister unter der blutigen Militärjunta von General Videla war.
Das holländische Parlament hatte der Heirat des Prinzen erst zugestimmt, nachdem zugesichert worden war, dass Zorreguieta nicht zur Hochzeit erscheinen werde.
In Amsterdam war es in der Nacht nach der Hochzeit verhältnismäßig friedlich geblieben. Als die nach Polizeischätzung rund 100.000 Schaulustigen das Zentrum verlassen hatten, gab es noch verschiedene Scharmützel zwischen Ordnungshütern und etwa 300 Kritikern der Hochzeit.
Bei Einbruch der Dunkelheit sei aber Ruhe eingekehrt, sagte ein Sprecher der Polizei. Im Zusammenhang mit den verschiedenen Veranstaltungen zur Hochzeit seien 23 Menschen vorläufig festgenommen worden. Ihnen würden fast ausschließlich kleinere Delikte vorgeworfen. Unter ihnen befand sich auch ein junger Mann, der die Kutsche des Paares mit einem Beutel voll weißer Flüssigkeit beworfen hatte.
Oranje feierte
Am Samstag hatten die Niederländer ihre neue Prinzessin voller Euphorie gefeiert. Zehntausende säumten die Straßen, um einen Blick auf das Prinzenpaar zu erheischen.
Bereits zur standesamtlichen Trauung in der Alten Börse von Amsterdam erschien die Argentinierin in einem schlichten weißen Kleid des italienischen Designers Valentino mit einer meterlangen Spitzenschleppe. Willem-Alexander trug eine dunkle Marineuniform. Hand in Hand verfolgten die 30-jährige Máxima und ihr vier Jahre älterer Bräutigam die Zeremonie. Verstohlen wischte sich die Braut die Tränen aus den Augen, Willem-Alexander strich ihr liebevoll über die Hand. Nach der Trauung strahlten beide ebenso wie Königin Beatrix.
In seiner Ansprache riet der Bürgermeister von Amsterdam, Job Cohen, dem Brautpaar, sich auch ein Privatleben zu bewahren. An die Prinzessin gewandt sagte er, sie werde künftig "in einem Glashaus leben". Zugleich äußerte er die Zuversicht, dass Máxima als gelernte Bankerin ihre Fähigkeiten zum Wohl des Landes einsetzen werde.
Tango in der Nieuwe Kerk
Nach der Zeremonie im Standesamt besiegelte das Prinzenpaar seinen Bund in der Nieuwe Kerk, wo auch 1980 die Krönung von Willem-Alexanders Mutter Beatrix stattgefunden hatte. Zahlreiche Vertreter europäischer Königshäuser feierten mit Willem-Alexander und Máxima den Gottesdienst, darunter die Könige von Schweden, Norwegen und Belgien, die dänische Königin Margrethe und der britische Prinz Charles. Aus Japan kam Kronprinz Naruhito, aus Jordanien die Witwe von König Hussein. Auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan und der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela waren zugegen.
Während der Trauungszeremonie wurden Máximas Augen feucht. Bei der im Anschluss gespielten Tango-Musik konnte die Argentinierin dann nicht mehr an sich halten. Als sie die heimatlichen Klänge hörte, flossen Tränen über ihr Gesicht.
Der Kuss auf dem Balkon
Über einen Blumenteppich und zum "Halleluja" aus Händels "Messias" schritt das Paar schließlich aus der Kirche zur sechsspännigen goldenen Kutsche, die schon Willem-Alexanders Urgroßmutter Wilhelmina bei ihrer Hochzeit vor mehr als 100 Jahren benutzte. Quer durch die Stadt ging die Fahrt bis zum Palast. Dort traten Willem-Alexander und Máxima auf den Balkon und küssten sich unter dem Jubel der Menge.
Scharfe Sicherheitsvorkehrungen begleiteten den Hochzeitszug zum Schloss: Zäune und Barrikaden zogen sich auf einer Länge von mehr als elf Kilometern entlang der Strecke, Hunderte Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Vereinzelt kam es zu Protesten gegen die Monarchie oder die argentinische Diktatur - nicht aber gegen das Prinzenpaar.