McCartney-Rosenkrieg: Attacke auf Lady Schmutz - DER SPIEGEL
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McCartney-Rosenkrieg Attacke auf Lady Schmutz

Im Scheidungskrieg von Paul McCartney sind die Fronten klar. Auf der einen Seite steht Heather Mills. Auf der anderen der Ex-Beatle - und mit ihm britische Boulevardzeitungen. Diese haben nicht nur Nacktbilder, sondern auch fiese Spitznamen parat.
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Hamburg - "Gold digger", Goldgräberin, nennen Zeitungen wie "Sun" "Daily Mirror" und "Daily Mail" Heather Mills gerne. Kaum ein Journalist will ihr die Millionen gönnen, die die Noch-Ehefrau von McCartney bei der nun anstehenden Scheidung zu erwarten hat. Wohl keine Prominente muss derzeit derart viel Häme über sich ergehen lassen wie das 38-jährige Ex-Model.

Genüsslich zitiert die Presse immer wieder Mills ehemaligen Verlobten Chris Terrill, der ihren Namen vor ein paar Monaten als wenig schmeichelhaftes Verb gebrauchte. In einem öffentlichen Brief an Paul McCartney hatte er geklagt, sie seien ja beide "heathered". Damit meinte er das Leiden, das eine Beziehung mit Mills mit sich bringe. Dazu gehöre zum einen, dass sie Männer wie Schmetterlinge sammle. Und dass sie ein "sehr elastisches Verhältnis zur Wahrheit" habe.

Im Falle von Terrill, den Heather für McCartney sechs Tage vor der Hochzeit verließ, mag man die Häme nachvollziehen. Verblüffend ist jedoch, wie unkommentiert die Presse die Anschuldigungen wiederholt und den zärtlich "Macca" genannten Beatle verteidigt. Erst heute wieder bezeichnete die "Sun" die Scheidungsschlacht als "Lady Mucca's war of lies" - als "Lügenkrieg der Lady Schmutz". Sie tue so, als sei sie von einem herzlosen Mann verlassen worden, lautet der Vorwurf. "Die Wahrheit ist, dass Mills permanent mit Scheidung gedroht habe", behauptet die Zeitung.

So verhasst ist Heather Mills, dass man ihr gar Geldgeilheit unterstellt, wenn sie sich einen guten Anwalt nimmt. Der von ihr verpflichtete Jurist Anthony Julius war bereits für Prinzessin Diana tätig, als diese sich von Prinz Charles scheiden ließ. Das "Sun"-Argument dagegen: Sie habe doch einst versichert, sie habe kein Interesse an dem 800-Millionen-Pfund-Vermögen des Musikers. Völlig in Ordnung findet die "Sun" dagegen, dass Paul McCartney die Anwältin verpflichtet hat, die einst Prinz Charles bei der Scheidung begleitete.

Bedrohung für einen Volkshelden

Längst werden keine lobenden Worte mehr verloren für Mills Einsatz für Minenopfer. Vielmehr wird die einbeinige Frau als Bedrohung für den Volkshelden Paul McCartney gesehen, der sich nun mit allen Mitteln gegen sie wehrt, etwa indem er die Schlösser seines Anwesens austauschte. Als ein Bodyguard von Mills über den Zaun kletterte, um sie hereinzulassen, holte ein McCartney-Sicherheitsmann gar die Polizei.

Ein bisschen Mitleid mit Mills, die sich kürzlich in den Zeitungen auch alte Nacktfotos von sich angucken musste, kann man da schon bekommen. Die Vielgescholtene bemüht sich allerdings um gute Laune. "Sie hat darüber gelacht", ließ sie einen Sprecher über den jüngsten Polizei-Vorfall verkünden. Verschiedene Zeitungen hatten allerdings berichtet, dass Mills sehr verärgert war.

Für die Medien ist der parteiisch geführte Scheidungskrieg in jedem Fall ein großes Fest. So schwärmt die "Times" schon von einer neuen "royalen Schlacht", wie sie einst zwischen Diana und Charles tobte. Allerdings sind die Rollen diesmal anders verteilt: Damals war der Mann der Böse, jetzt ist die Frau die Geschmähte. Immerhin kann Mills auf eine hohe Entschädigung hoffen: Zuletzt bekam die Ex-Frau eines Londoner Versicherungsmanagers bei der Scheidung mehr als 70 Millionen Euro zugesprochen.

str/reuters