McVeigh: Entschuldigung, aber keine Reue - DER SPIEGEL
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McVeigh Entschuldigung, aber keine Reue

Heute soll Oklahoma-Attentäter Timothy McVeigh hingerichtet werden. Kurz vor der geplanten Exekution hat er sich für den Tod seiner Opfer entschuldigt. Inzwischen wurde er in den Todestrakt gebracht.
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Buffalo - McVeigh hat auch einen Tag vor seiner Hinrichtung keine Reue über den bislang schlimmsten Terroranschlag auf amerikanischem Boden gezeigt. In einem Brief, den seine Heimatzeitung "Buffalo News" am Sonntag veröffentlichte, schrieb der 33-jährige Massenmörder: "Tut mir Leid, dass diese Leute ihr Leben verloren haben. Aber das ist die Natur der Bestie. Man weiß, was der Blutzoll ist, wenn man so was macht."

McVeigh war am Sonntag im Morgengrauen von seiner Zelle im Hochsicherheitsgefängnis in Terre Haute im Bundesstaat Indiana in den nahe gelegene Todestrakt gebracht worden. Dort sollte er die letzten 24 Stunden seines Lebens in einem fensterlosen Raum mit Glasfront unter ständiger Beobachtung verbringen. Per Telefon verabschiedete er sich am Samstag von seiner Familie, den Eltern und einer Schwester. Er hatte sie zuletzt im April gesehen. Für Sonntagmittag hatte McVeigh seine Henkersmahlzeit bestellt. Dafür stellt die Gefängnisleitung 20 Dollar zur Verfügung.

Die Hinrichtung war für Montag 14 Uhr MESZ geplant. Nach dem 54-seitigen Exekutionshandbuch sollte der Golfkriegsveteran, dem über Spritzen in beiden Armen tödliches Gift in die Venen geleitet wird, spätestens nach zehn Minuten für tot erklärt werden. "Wenn ich in die Hölle komme, habe ich bestimmt jede Menge Gesellschaft", schrieb McVeigh an seine Heimatzeitung.

Mit der Hinrichtung wollen die USA einen Schlussstrich unter eines der traumatischsten Terror-Erlebnisse ihrer Geschichte ziehen. Am 19. April 1995 war vor einem mehrstöckigen Bundesgebäude in Oklahoma eine riesige Autobombe explodiert. In den Trümmern des Hauses kamen 168 Menschen ums Leben, 19 von ihnen Kinder. McVeigh hatte sich zu dem Anschlag bekannt, aus Hass auf die Regierung, wie er später angab. Dafür war er 1997 von einem Geschworenengericht zum Tode verurteilt worden. Vergangene Woche gab er alle Berufungsmöglichkeiten auf.

"Die meisten Leute sind der Ansicht, dass McVeigh ein Übeltäter ist. Ihn nie wieder zu sehen, ist das beste, was uns allen passieren kann", sagte der Gouverneur von Oklahoma, Frank Keating, am Samstag.

Der kleine Ort in Indiana war bereits am Wochenende von hunderten Medienvertretern in Beschlag genommen. Mehr als 1600 wollten live über die Hinrichtung berichten. 800 zusätzliche Polizisten waren angefordert worden, um für Ruhe und Ordnung sorgen. In der Stadt mit 60.000 Einwohnern wurden zahlreiche Demonstranten für und gegen die Todesstrafe erwartet. "Unsere Absicht ist, dies mit Würde, Mitgefühl und Respekt für alle Beteiligten durchzuführen", sagte der Gefängnisaufseher von Terre Haute, Harley Lappin.

McVeigh sollte ursprünglich am 16. Mai hingerichtet werden. Wenige Tage zuvor tauchten aber beim FBI tausende Seiten Akten auf, die der Verteidigung vor dem Prozess hätten übergeben werden müssen. Das Justizministerium verschob den Hinrichtungstermin daraufhin um vier Wochen. Während McVeigh zunächst alle Berufungsmöglichkeiten aufgegeben hatte, beantragte er sich vor einer Woche plötzlich die Verlängerung der Frist. Nachdem Richter und Berufungsrichter dies vergangene Woche ablehnten, beschloss McVeigh aber, seine letzte Möglichkeit, die Anrufung des Obersten Gerichtshofs, nicht mehr auszuschöpfen.