Medienberichte zu Lindh-Mord Festgenommener durch DNS-Spuren überführt
Stockholm - Zwei Wochen nach dem Mord an Schwedens Außenministerin Anna Lindh soll die Polizei den Mörder gefunden haben. Nach Angaben der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter" ist das an der Mordwaffe, einem Jagdmesser, und auf der vom Mörder im Kaufhaus weggeworfenen Baseballkappe gefundene DNS-Material mit einer Haarprobe des Festgenommenen identisch. Das Blatt beruft sich in seiner Internetausgabe auf Polizeikreise. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür aber noch nicht.
Der Anwalt des Hauptverdächtigem hat die Medienberichte dementiert. Peter Althin sagte im Rundfunk, ihm sei von identischen DNS-Proben nichts bekannt. Sein Mandant bestreite den Vorwurf, die schwedische Außenministerin ermordet zu haben.
Wegen der augenscheinlich starken technischen Beweise wird aber erwartet, dass die Stockholmer Staatsanwaltschaft am heutigen Donnerstag Untersuchungshaft gegen den etwa 25 Jahre alten Festgenommenen beantragt. Ein seit eineinhalb Wochen der Tat verdächtiger 35-jähriger Schwede war am Mittwoch frei gelassen worden.
Schwedische Medien zitierten bereits am Mittwochabend einen Beamten aus der Fahndungsleitung mit dem Satz: "Wir sind uns sicher, dass wir jetzt den Richtigen haben." Laut "Dagens Nyheter" soll sich der Mann kurz nach der Tat die Haare geschnitten haben. Da er von Anfang zum Kreis der Verdächtigen gezählt habe, sei die Polizei anschließend an eine Haarprobe herangekommen.
Die Ermittler seien davon überzeugt, dass der Festgenommene identisch ist mit dem Mann auf den Kaufhaus-Fotos, hieß es. Die von Überwachungskameras aufgenommenen Bilder zeigen den mutmaßlichen Mörder drei Minuten vor der Tat. Auf seiner Flucht warf er dann das Messer, die Baseballkappe und einen Kapuzenpulli fort.
Der Festgenommene soll nach Medienberichten ein Einzelgänger mit psychischen Problemen sein. Fahndungschef Leif Jennekvist verweigerte am Mittwoch jede Auskunft zur Person und den Hintergründen der zweiten Festnahme. Sie sei "undramatisch" verlaufen, sagte er lediglich.