Medienwächter Aufruhr vor der neuen Reality-Welle
Düsseldorf - "Auch wenn im Einzelfall Verstöße gegen die Menschenwürde nicht festgestellt werden können - das Privatfernsehen muss nicht die gesamte Breite an denkbaren und bislang undenkbaren Geschmacklosigkeiten realisieren", sagte der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR), Wolfgang Hahn-Cremer. Da die Auseinandersetzung mit den Veranstaltern allein mit juristischen Argumenten schwierig sei, müsse die Medienaufsicht eine intensive öffentliche Debatte fördern, sagte Hahn-Cremer.
Der stellvertretende LfR-Direktor, Jürgen Brautmeier, forderte die Privatsender auf, auch bei neuen Formaten für Selbstbeschränkung zu sorgen. "Ähnlich wie schon bei den Talkshows sollten die Betreiber eine Art 'TV-Knigge' entwickeln und sich dann auch an bestimmte Grenzen halten", sagte Brautmeier.
In Köln startet am Samstag die dritte Staffel von "Big Brother". Bereits am Vorabend läuft die erste Folge von "Girlscamp". Zehn Single-Frauen sind dabei acht Wochen auf der Kanaren-Insel El Hierro in einer Traumvilla untergebracht und erhalten dabei einmal pro Woche Besuch von einem jungen Mann. Er soll mit seinem Charme die Frauen überzeugen, sich mit ihm in einen Urlaub abzusetzen. Außerdem können die Zuschauer und die Bewohnerinnen der Villa selbst auf den Ausschluss von Kandidatinnen Einfluss nehmen. Wer übrig bleibt, erhält knapp 200.000 Mark.