Medizin Mindestens 21 Tote durch Dialysebehandlung
Zagreb - Gesundheitsministerin Ana Stavljenic Rukavina bot ihren Rücktritt an; das Innenministerium nahm die Ermittlungen auf. In verschiedenen Kliniken der Hauptstadt Zagreb sowie in den Adriastädten Dubrovnik, Sibenik und Pula waren Patienten während einer Dialysebehandlung gestorben. Bereits im August gab es in Spanien zehn Todesfälle bei Dialysebehandlungen. Wie in Kroatien werden sie mit fehlerhaften Blutreinigungsfiltern in Zusammenhang gebracht.
Die Apparaturen stammen in beiden Ländern von der US-Firma Baxter, einem der führenden Hersteller dieser Ausrüstungen. Das kroatische Innenministerium stoppte inzwischen die Einfuhr von Baxter-Geräten, obwohl die Gesundheitsbehörden erklärt hatten, dass alle benutzten Geräte die notwendigen Zulassungen hätten.
Die Ursache für die Todesfälle in Spanien sind bislang noch weitgehend ungeklärt. Zunächst waren Dialyse-Filter des Typs Althane A-18 der Firma Baxter aus dem Verkehr gezogen worden. Laut Zeitungsberichten sollten an ihnen Lecks aufgetreten sein. Nach Schließung der Lecks seien die Geräte wieder in Betrieb genommen worden. Möglicherweise, so wird spekuliert, sei dabei ein Klebstoff verwendet worden, der schädliche Substanzen abgesondert habe.
Bei Baxter-internen Untersuchungen sowie Kontrollen durch die europaweit agierende Firma TÜV Product Service seien bisher keine Fehler an den Geräten entdeckt worden, hieß es. Dennoch bestätigte das Madrider Gesundheitsministerium, dass die mit den Todesfällen in Zusammenhang gebrachten Filter noch nicht wieder zugelassen sind. Die Regierung warte noch ein Gutachten eines spanischen Forschungsinstituts ab.