Mega-Zyklon: "Larry" verwüstet den Nordosten Australiens - DER SPIEGEL
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Mega-Zyklon "Larry" verwüstet den Nordosten Australiens

Es ist der gefährlichste Sturm in der Region seit Jahrzehnten: Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 Stundenkilometern ist der Zyklon "Larry" über die Nordostküste Australiens hinweggerast. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht abzusehen, mehrere Menschen werden vermisst.
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Sydney/Brisbane - Zyklon "Larry" richtete an der Nordostküste Australiens erhebliche Verwüstungen an. Der schwerste Wirbelsturm seit Menschengedenken im Bundesstaat Queensland beschädigte ersten Erkenntnissen der Behörden zufolge etliche Häuser, entwurzelte zahlreiche Bäume und zerfetzte Stromleitungen. In Cairns hinter dem Großen Barrier-Riff wurden nach Angaben der Wetterdienste mindestens 20 Verletzte ins Krankenhaus eingeliefert. Australische Medien sprechen von 30 Verletzten. Berichte über mögliche Tote gab es zunächst nicht. Ein Sprecher der Wetterdienste sagte jedoch, mehrere Menschen würden nach dem Durchzug des Unwetters vermisst.

Besonders heftig wurde der rund 9000 Einwohner zählende Ort Innisfail südlich von Cairns getroffen. Schätzungen zufolge zog die Gewalt des Sturms dort etwa jedes zweite Haus in Mitleidenschaft. "Im Stadtzentrum fliegen Dächer weg", sagte eine Polizeisprecherin. "Der schlimmste Fall ist eingetreten. Der Ort, den wir lieben, ist völlig verwüstet", sagte Bürgermeister Neil Clarke. Trotz Hunderter Notrufe konnte die Polizei nicht zu Einsätzen ausrücken, weil die Beamten ihre Station erst gar nicht verlassen konnten. In 50.000 Gebäuden fiel die Stromversorgung aus.

Tausende von Küstenbewohnern hatten vor dem herannahenden Sturm ihre Häuser verlassen und in Schulen und Hotels Schutz gesucht, die jüngeren Bauvorschriften entsprechend Wirbelstürmen standhalten müssen. Der Zyklon war zunächst in die höchste Kategorie 5 eingestuft worden. Nachdem er aber am Montagmorgen (Ortszeit) die Küste erreicht hatte und landeinwärts zog, nahm seine Gewalt stetig ab.

Die Behörden verglichen seine Stärke mit der des Hurrikans "Katrina", der im August vergangenen Jahres die Küste des US-Bundesstaats Louisiana und vor allem die Großstadt New Orleans verwüstet hatte. Zyklone sind ebenso wie Hurrikans tropische Wirbelstürme, die ihre zerstörerische Kraft über dem Meer gewinnen.

"Larry" hatte beim Eintreffen an der Küste um 8 Uhr Ortszeit (Sonntag 22 Uhr MEZ) die höchste Gefahrenkategorie 5 und damit eine größere Wucht als der tropische Wirbelsturm "Tracy", durch den 1974 in Darwin ganz im Norden des Inselkontinents 71 Menschen starben und 20.000 obdachlos wurden.

phw/AFP/dpa