Hauseinsturz in Beirut: "Sie finden, bevor es zu spät ist"
Mehrere Tote und Vermisste Wohnhaus in Beirut eingestürzt
Beirut - Unzählige Helfer sind im Einsatz, teilweise wühlen sie mit bloßen Händen in den Trümmern, auf der Suche nach Überlebenden. Beim Einsturz eines Wohnhauses in der libanesischen Hauptstadt Beirut kamen mindestens 19 Menschen ums Leben. Unter den Toten ist auch ein 15-jähriges Mädchen. Weitere Bewohner des Hauses werden noch unter den Trümmern vermutet.
Zwölf Menschen wurden bislang gerettet und in Krankenhäuser gebracht. Wie viele Menschen noch verschüttet sind, war zunächst unklar. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes sprach von mindestens zehn Vermissten, nach Angaben des Katastrophenschutzes sollen es sogar mehr als 20 Menschen sein. "Wir hoffen, dass wir sie finden, bevor es zu spät ist", sagte ein Polizist am Unglücksort. Nach Angaben von Nachbarn wohnten Dutzende Menschen in dem Gebäude.
Das sechsstöckige Haus, das aus den sechziger Jahren stammt, war am Sonntag plötzlich eingestürzt. Die Ursache ist noch unbekannt. Das Gebäude soll extrem baufällig gewesen sein, in den Mauern soll es Risse gegeben haben. Eine benachbarte Baustelle könnte dann das Unglück ausgelöst haben. Die Polizei hat nach eigenen Angaben bereits den Eigentümer des Hauses verhört.
In dem Gebäude im christlichen Stadtteil Aschrafijeh lebten laut Rotem Kreuz etwa 50 Menschen, darunter viele Gastarbeiter aus dem Sudan und Ägypten. Eine Mieterin berichtete im Fernsehen, der Hausbesitzer habe die Bewohner kurz vor dem Unglück aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Aufgrund von anhaltendem Regen in den vergangenen Tagen habe sich der Zustand des Hauses weiter verschlechtert, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur ANI.
"Ich warte hier seit Sonntag auf Nachrichten über das Schicksal meines Vaters und meiner Brüder", sagte Gladiss Noaim. Zusammen mit ihrer Mutter konnte sie sich aus dem ersten Stock des Hauses retten, als der Schutt über ihnen einzustürzen begann. Ihre drei Brüder und ihr Vater wurden verschüttet.