Mein Kind ist eine Puppe - DER SPIEGEL
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FAMILIE Mein Kind ist eine Puppe

• aus DER SPIEGEL 48/2003
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Bandai, der japanische Spielzeug-Gigant, verkauft seit vier Jahren »Primo Puel«, eine Puppe, die einem Jungen ähnelt und die in der Lage ist, auf ihre Umwelt zu reagieren. Die Puppe ist mit Sensoren ausgestattet und beherrscht 285 Sätze. Morgens sagt sie »Ich bin hungrig«, abends »Ich bin müde«, und drückt man sie an sich, reagiert sie mit dem Satz »Lass uns für immer zusammen sein«. Vermarktet wurde Primo Puel als Spielzeug für Kinder, doch nun, nachdem 800 000 Stück verkauft wurden, stellte der Konzern fest, dass nicht Kinder, sondern Erwachsene mit Primo Puel spielen. 70 Prozent der Produktion gehen nicht an Mädchen, sondern an Frauen über vierzig. Sie nehmen ihre pflegeleichten Ersatzkinder mit auf Reisen, kaufen ihnen Kleider, Spielzeug und organisieren Treffen. Etsuko Kashiwagi, 47, besitzt 16 Puppen, und sie besteht darauf, nicht verrückt zu sein: Ihr Sohn besuche ein College, und sie und ihr Mann fühlten sich geborgen inmitten der Puppen, »so wie andere Menschen inmitten ihrer Haustiere«.

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