Meningitis: Keine Anzeichen für Epidemie - DER SPIEGEL
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Meningitis Keine Anzeichen für Epidemie

Obwohl ein vierter Meningitis-Todesfall bestätigt wurde, geben Ärzte Entwarnung. Man sehe keine Anzeichen für eine Epidemie.
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Berlin/Neuruppin - "Es gibt keinen Grund zur Panik", sagte die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, am Mittwoch in Berlin.

Glasmacher betonte, die Zahl der registrierten Meningokokken-Meningitisfälle habe bis zur achten Meldewoche mit 154 Erkrankungen nur um zwei höher gelegen als vor einem Jahr. Im Jahr 2000 seien nach vorläufigen Schätzungen 70 Menschen an der heimtückischen Krankheit gestorben. "Natürlich beobachten wir das weiter", betonte die Sprecherin.

In Bochum hat es möglicherweise einen weiteren Todesfall durch bakterielle Hirnhautentzündung gegeben. Ein Sprecher der Stadtverwaltung berichtete, eine 14-jährige Schülerin sei am Dienstag mit Verdacht auf Meningokokken-Meningitis in ein Krankenhaus eingeliefert worden und abends gestorben. Die genaue Todesursache werde allerdings erst eine labortechnische Untersuchung ergeben.

Vorbeugung mit Antibiotika

Die Familie des Kindes sei bereits prophylaktisch mit Antibiotika behandelt worden, sagte der Sprecher. Die Realschule, die die Schülerin besuchte, wurde vom Schulleiter aus "psychologischen Gründen" für den Rest der Woche geschlossen. Eine Ansteckungsgefahr bestehe aber wohl nicht, hieß es.

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass ein zweieinhalbjähriges Mädchen im brandenburgischen Neuruppin schon am 18. Februar der bakteriellen Hirnhautentzündung erlegen war. Außerdem meldeten die Behörden, dass am vergangenen Donnerstag eine 16-jährige Schülerin in Heilbronn und am Freitag ein zweijähriges Mädchen in Hannover an Meningitis starben. Bereits am Montag war ein 15-jähriger Schüler in Nordrhein-Westfalen an den Folgen der Krankheit gestorben.

Ein 16-jähriger Patient in Bergisch Gladbach und ein 35-Jähriger in Frankfurt am Main schwebten weiterhin in Lebensgefahr, ihr Zustand hat sich aber stabilisiert.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 757 Meningokokken-Meningitis-Fälle registriert. Die Sterberate liegt seit rund 20 Jahren konstant bei durchschnittlich zehn Prozent.