Menschenhandel: Umsätze wie Tchibo oder Adidas - DER SPIEGEL
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Menschenhandel Umsätze wie Tchibo oder Adidas

Die Gewerkschaft der Polizei hat ein schärferes Vorgehen gegen den organisierten Menschenhandel mit osteuropäischen Frauen und Mädchen verlangt. Jährlich würden 120.000 Frauen aus Osteuropa von kriminellen Vereinigungen nach Westeuropa gebracht, um hier als Prostituierte zu arbeiten.
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Osnabrück - Während die Frauen ein grausames Schicksal erlitten, verdienten die Hintermänner Milliarden, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es handele sich um Umsätze in der Größenordnung von Adidas oder Tchibo.

Menschenhandel - egal zu welchem Zweck - müsse in Deutschland grundsätzlich drastisch bestraft werden, verlangte Freiberg. Bisher müsse man nachweisen, dass die Frauen zur Prostitution angeworben würden. Diesen Paragrafen würden die Menschenhändlerringe umgehen, indem die Anwerber die Frauen an Zuhälter verschöben, so dass ein direkter Zusammenhang zwischen Anwerbung und Prostitution vor Gericht kaum nachweisbar sei.

Freiberg verlangte zudem ein Aufenthaltsrecht für illegal hier arbeitende ausländische Prostituierte, wenn sie bereit seien, gegen die organisierten Menschenhändlerbanden auszusagen. Bisher drohe ihnen in dem Fall in der Heimat nach der Abschiebung grausame Rache der einstigen Anwerber. Ein Bleiberecht könnte dazu führen, dass mehr Frauen bei der Aufklärung über die Hintermänner behilflich seien.

Die Polizei selber stehe dem Menschenhandel zunehmend machtlos gegenüber, klagte der GdP-Chef. Immer mehr Polizisten würden aus der Observation und Bekämpfung der organisierten Kriminalität abgezogen - spätestens seit dem 11. September 2001. Hier sei dringend ein Kurswechsel erforderlich. "Was hilft es, wenn die Terrorabwehr einigermaßen funktioniert, aber sich stattdessen die organisierte Kriminalität ausbreitet," meinte Freiberg.

Außerdem warnte Freiberg vor einem Auseinanderdriften der Polizei zwischen den Ländern. Die Unterschiede reichten inzwischen von den Uniformen und den Einsatzfahrzeugen über das Polizeirecht, die Vorschriften zur Gefahrenabwehr bis hin zur technischen Ausstattung und den Arbeitsbedingungen. Dies werde dazu führen, dass vor allem in Ostdeutschland eine Abwanderungswelle besonders gut ausgebildeter Polizeibeamter einsetzen dürfte.

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