Merapi-Katastrophe: Vulkanausbruch überraschte Menschen im Schlaf - DER SPIEGEL
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Merapi-Katastrophe Vulkanausbruch überraschte Menschen im Schlaf

Tod und Verwüstung kamen in der Dunkelheit: Der neuerliche Ausbruch des indonesischen Vulkans Merapi hat viele Anwohner unvorbereitet getroffen. Dementsprechend hoch fällt die Zahl der Toten und Verletzten aus.
Merapi-Katastrophe: Vulkanausbruch überraschte Menschen im Schlaf
Merapi-Katastrophe: Vulkanausbruch überraschte Menschen im Schlaf

Merapi-Katastrophe: Vulkanausbruch überraschte Menschen im Schlaf

Foto: Achmad Ibrahim/ AP
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Argomulyo - Es war noch Nacht, als der Vulkan Merapi erneut ausbrach. Zunächst zog eine Hitzewolke über das indonesische Dorfes Argomulyo, das nur 18 Kilometer vom Krater des Merapi entfernt liegt, dann folgten Ascheregen und heißer Schlamm. Rettungskräfte bargen am Morgen allein 31 Leichen aus einer Häusergruppe, viele bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Andere Teile der Ortschaft waren noch zu heiß, um sie zu betreten und nach weiteren Opfern zu suchen.

"Argomulyo brannte vollständig nieder", sagte der Polizeiarzt Teguh Dwi. "Viele Kinder starben dort. Als ich in dem Dorf war, war der Boden noch heiß." Der Helfer Utha berichtete, er habe die Körper von drei Menschen auf einem Bett gefunden, die offenbar im Schlaf von der Hitzewolke überrascht worden waren. "Ein Kind, seine Mutter, sein Vater, alle noch im Bett", so Utha. Er habe auch einen Mann gefunden, der noch sein Telefon in der Hand hielt.

Ein anderer Rettungsarbeiter barg nach eigenen Angaben zehn Leichen. Er habe aber weitere 20 Tote gezählt, die noch unter den Trümmern gelegen hätten. Noch war das Ausmaß der Katastrophe nicht absehbar: "Wir müssen zurücktreten, weil die Temperaturen extrem hoch sind", sagte der Soldat Widodo. "Bei dieser Temperatur würde Stahl schmelzen."

Viele Tote und Verletzte

Bei den stärksten Eruptionen des Merapi seit mehr als einem Jahrhundert starben mindestens 122 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen wird.

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Vulkan Merapi: Der Feuerschlund

Foto: Adi Weda/ dpa

Aus Angst um die Anwohner des Vulkans erweiterten die Behörden die Sperrzone um den Merapi auf 20 Kilometer. Inzwischen wurden rund 100.000 Menschen evakuiert, viele davon brachten die Helfer in einem Sportstadion in der Provinzhauptstadt Yogyakarta unter. Doch ihre Versorgung ist wegen starker Regenfälle schwierig.

Seit zehn Tagen spuckt der Merapi, Indonesiens aktivster Vulkan, Asche und Glut. Und die Eruptionen wurden immer stärker. Vulkanologen wollten am Freitag keine belastbaren Vorhersagen machen.

jdl/AFP