Mexiko Horror-Hurrikan Kenna bedroht die Westküste
Puerto Vallarta - Soldaten und Katastrophenschutzhelfer evakuierten Anwohner aus 30 Küstenorten rund um die Touristenhochburg Mazatlan. Schulen und die Häfen an der Pazifikküste wurden geschlossen. Auch aus den Urlaubsorten Puerto Vallarta und San Blas wurden Tausende Menschen in Sicherheit gebracht.
Das Zentrum des Wirbelsturms befand sich am Freitagmorgen (Ortszeit) 65 Kilometer westlich des Kaps Cabo Corrientes beziehungsweise 105 Kilometer west-südwestlich von Puerto Vallarta. Am Nachmittag sollte der Hurrikan das Festland erreichen.
Urlauber der großen deutschen Reiseveranstalter sind nach eigenen Angaben von Kenna nicht betroffen. Ein Sprecher der TUI erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, man sehe noch keinen Handlungsbedarf, da der Veranstalter keine Reisen an die mexikanische Pazifikküste anbiete. "Von unseren Hauptzielgebieten auf der Halbinsel Yucatán an der Ostküste ist der Sturm noch über 2500 Kilometer entfernt", so der Sprecher. Auch bei Neckermann teilte man mit, der betroffene Küstenbereich sei nicht im Programm.
Die Behörden stuften den Hurrikan indes als "extrem gefährlich" in die höchste Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Skala ein. Meteorologen riefen dazu auf, in den bedrohten Gebieten die notwendigen Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Der stellvertretende Direktor des Hurrikanzentrums in den USA, Ed Rappaport, erklärte in Miami, Kenna habe vermutlich selbst dann noch verheerende Kraft, wenn er sich auf dem Weg zur Küste noch abschwäche.
Nach offiziellen Statistiken sei der Wirbelsturm einer der zwei oder drei stärksten der vergangenen 40 bis 50 Jahre. Es wurde befürchtet, dass der Regen, den der Hurrikan mit sich bringt, verheerende Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen könnte.
Für den Gipfel der Apec-Staaten, der am Wochenende in Mexiko tagt, wurde vorsorglich ein Ausweichquartier eingerichtet. Die Wetterdienste gingen aber davon aus, dass Kenna den Konferenzort auf der vorgelagerten Halbinsel Baja California nicht erreichen wird.