Michael Jackson angeklagt: "Kindesmissbrauch in neun Fällen" - DER SPIEGEL
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Michael Jackson angeklagt "Kindesmissbrauch in neun Fällen"

Michael Jackson ist angeklagt: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Popstar Kindesmissbrauch in neun Fällen vor. Seinen Reisepass erhielt Jacko trotzdem zurück, damit er über Weihnachten nach Großbritannien kann.
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Santa Maria - Knapp einen Monat nach seiner vorübergehenden Festnahme hat die Bezirksstaatsanwaltschaft in Santa Barbara die Anklageschrift gegen den Popstar eingereicht. Darin werden Jackson unzüchtiges oder laszives Verhalten gegenüber einem Kind unter 14 Jahren in sieben Fällen sowie die Verabreichung eines berauschenden Mittels in zwei Fällen vorgeworfen. Die Unterlagen wurden am Donnerstag einem Gerichtsangestellten im kalifornischen Santa Maria übergeben.

Die Verlesung der Klageschrift - Voraussetzung für die formelle Erhebung der Anklage - verschob Bezirksstaatsanwalt Thomas Sneddon Jedoch um eine Woche auf den 16. Januar. Bis dahin soll Jackson seinen Reisepass zurückerhalten, damit er vom 20. Dezember bis 6. Januar nach Großbritannien reisen kann. Jackson und sein Anwalt Mark Geragos unterzeichneten am Mittwoch entsprechende Papiere, in denen sie zusichern, den Pass bei der Rückkehr in die USA zur Anklageverlesung wieder abzugeben. Der Sänger, der sich am 20. November den Behörden gestellt hatte, befindet sich derzeit gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar auf freiem Fuß.

Die Beschuldigungen hat ein inzwischen 14 Jahre alter krebskranker Junge erhoben, der mehrmals auf Jacksons Ranch übernachtete. Das Kind war im Februar zusammen mit dem Popstar in einer britischen Fernsehdokumentation zu sehen. Jackson beteuert seine Unschuld.

Eine PR-Firma aus Hollywood ist damit beauftragt worden, die Anfragen der Medien zu bearbeiten. Reporter sollten die Firma anrufen, damit das Büro der Staatsanwaltschaft entlastet wird. Ein Sprecher der Jackson-Familie kritisierte diesen Schritt. Ein Staatsanwalt müsse das Gericht entscheiden lassen und nicht die Presse, sagte Brian Oxman.

Rechtsexperten äußerten sich ähnlich. "Möglicherweise steht Naivität (auf Seiten der Staatsanwaltschaft) dahinter, aber es wirkt so, als stünden andere Interessen dahinter, als die, für Gerechtigkeit zu sorgen."

Von Linda Deutsch, AP