Migration Hunderte Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet
Rom - Rund 400 Menschen hatten die Überfahrt in einem rund 30 Meter langen Holzboot gewagt, in einem zweiten, kleineren Boot befanden sich 26 Flüchtlinge, teilten die Hafenbehörden in Palermo mit. Wo die Menschen ihre lebensgefährliche Reise gestartet hatten, war zunächst nicht bekannt, und auch über die Nationalitäten der Flüchtlinge lagen zunächst keine genauen Angaben vor. Viele der Migranten seien Nordafrikaner, erklärten die Behörden. Offenbar hätten sie von Afrika aus übergesetzt. Die Flüchtlinge, darunter auch Frauen und Kinder, seien in das Aufnahmezentrum der Insel gebracht worden.
Mit der Entscheidung, in kleinen und oftmals völlig überfüllten Booten übers Meer nach Europa zu flüchten, riskieren die Flüchtlinge ihr Leben. Immer wieder sterben Menschen auf der Flucht. Erst am Freitag waren rund 40 Kilometer vor der maltesischen Küste mindestens drei illegale Einwanderer ums Leben gekommen, nachdem sich ihr völlig überfülltes Boot überschlagen hatte. Weitere acht Flüchtlinge wurden vemisst. Wenige Tage zuvor waren bei zwei Flüchtlingstragödien vor Malta und vor Sizilien insgesamt 27 Menschen gestorben.
Die Menschen in Afrika oder anderen Ländern lassen sich von der Gefahr offensichtlich nicht abschrecken. Der Flüchtligsstrom gen Europa reißt nicht ab. Am Wochenende wurden auch vor den Kanarischen Inseln wieder zahlreiche Flüchtlinge aufgegriffen. Die spanische Küstenwache brachte vier Flüchtlingsboote mit rund 160 Menschen an Bord.
Vor Teneriffa seien in einem maroden Fischkutter 30 illegale Einwanderer aus China entdeckt worden, berichtete das Fernsehen am Sonntag. Die Besatzung wurde festgenommen. Woher das Schiff kam, stand zunächst nicht fest. Vor Fuerteventura und El Hierro wurden drei weitere Boote mit afrikanischen Flüchtlingen abgefangen. Ihr Zustand sei gut, teilten die Behörden mit. Seit Anfang des Jahres sind bereits rund 11.000 illegale Zuwanderer auf die Kanaren gelangt, so viel wie niemals zuvor.
fok/dpa/AFP/reuters