Milzbrand Erreger aus dem amerikanischen Biowaffen-Programm?
Hamburg - Das Magazin von Greenpeace stützt seine Informationen auf Aussagen von Mitgliedern der US-Regierungsdelegation bei der in Genf stattfindenden Biowaffen-Konferenz der Vereinten Nationen und auf unabhängige Forscher, die ebenfalls an der Konferenz teilnehmen. Die amerikanische Regierung in Washington halte Informationen über den mutmaßlichen Täter und das Labor geheim, aus dem die tödlichen Anthrax-Sporen stammten, berichtete das "Greenpeace-Magazin".
Die US-Biologin und Beraterin von Ex-Präsident Bill Clinton, Barbara Rosenberg, und der Hamburger Biowaffen-Experte Jan van Aken hätten übereinstimmend bestätigt, dass die Milzbrand-Sporen in den tödlichen Briefe mit Sicherheit nicht aus dem Nahen Osten kämen. So seien die Partikel in dem Kuvert an den demokratischen Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Tom Daschle, mit dem Trocknungsmittel Silica versetzt worden. Dies sei beim geheimen Biowaffen-Programm der USA üblich. Andere Länder wie der Irak verwendeten hingegen die Chemikalie Bentonit.
Der Attentäter habe mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Absicht gehabt, die Empfänger der Briefe umzubringen, meldete das Magazin weiter. Informationen der Biowaffen-Expertin Rosenberg hätten vielmehr ergeben, dass er Panik erzeugen wollte. So sei einigen der Todesbriefe eine Warnung beigelegt worden, es handele sich um Milzbrand und man müsse sofort nach Erhalt Antibiotika einnehmen.
Nach Angaben des "Greenpeace-Magazins" wollte der Attentäter offenbar die Erhöhung des Budgets für die US-Biowaffen-Forschung erzwingen. Das Absenden der Milzbrand-Briefe sei wahrscheinlich schon länger geplant gewesen. Das Abschicken nach den Terroranschlägen vom 11. September habe dazu gedient, den Verdacht auf Täter im Nahen Osten zu lenken.
In den USA sind seit Anfang Oktober fünf Menschen an Lungenmilzbrand gestorben, einer Krankheit, die davor 30 Jahre lang nicht aufgetaucht war. Sechs Menschen hatten sich mit der gefährlichen Krankheit infiziert, überlebten aber.