Ministeriumsmemo: USA warnen vor Brandattacken auf Tankstellen - DER SPIEGEL
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Ministeriumsmemo USA warnen vor Brandattacken auf Tankstellen

Nach Informationen des US-Heimatschutzministeriums planen Selbstmordattentäter aus dem Umfeld von al-Qaida in den kommenden Wochen neue Anschläge auf US-Großstädte und London. Angeblich wollen sie versuchen, Tankfahrzeuge in Tankstellen zu fahren und zu sprengen.
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Hamburg - In Bagdad, Tunesien, Saudi-Arabien oder anderen muslimischen Nationen haben Terroristen schon mehrfach Tankfahrzeuge als mobile Bomben benutzt. Nun könnte diese zerstörerische Taktik auch in angelsächsischen Metropolen zum Einsatz kommen, fürchtet das amerikanische Heimatschutzministerium.

In einem Memo, über das die britischen Zeitungen "Independent" und "Sunday Times" heute berichten, warnt das Ministerium vor Anschlägen in Chicago, New York, Los Angeles und London in der Zeit bis zum 19. September.

Das Memo, das die "Times" in voller Länge im Internet veröffentlicht, ist ungewöhnlich detailliert. Woher die enthaltenen Informationen genau stammen, ist indes unklar. In dem Papier heißt es, neben entführten Benzintransportern könnten auch Gastanker und Wassertransport-Lkw eingesetzt werden. Möglich sei, dass die Fahrzeuge in Tankstellen gesteuert werden, um diese zur Explosion zu bringen.

FBI widerspricht: Die Informationen sind nicht verlässlich

Denkbar sei aber auch, dass kleinere, mit Sprengsätzen versehene Fahrzeuge in Tanklastzüge gesteuert werden sollten, um diese vor ökonomisch oder symbolisch wichtigen Gebäuden zur Explosion zu bringen. Selbstmordattentäter sollen dem Papier zufolge die Anschläge in den kommenden Wochen verüben, rund um den vierten Jahrestag der Angriffe auf das World Trade Center in New York. Ziel sei "der Zusammenbruch der amerikanischen Volkswirtschaft".

Unklar ist, ob gleichzeitige Attacken in den vier genannten Städten geplant sind. Das US-Ministerium vermutet, dass Terroristenzellen die Angriffe nach Erhalt eines Befehls ausführen werden. Möglich sei auch, dass die jüngst verbreitete Videobotschaft des Terroristenführers Aiman al-Sawahiri als Signal für die Zellen gemeint gewesen sei, ihre Arbeit aufzunehmen.

Das FBI als Konkurrent des Heimatschutzministeriums geht hingegen davon aus, dass die dem Memo zugrunde liegenden Informationen nicht verlässlich sind. Zumindest abstrakt ist aber nicht unwahrscheinlich, dass es auch im Westen zu Anschlägen mit Tanklastern und ähnlichen Fahrzeugen kommen könnte. Britische Behörden haben bereits Anfang Juli strengere Auflagen zur Kontrolle des Tankfahrzeug-Verkehrs eingeführt.