"Miss Marple": 82-Jährige überführt Mörder - DER SPIEGEL
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"Miss Marple" 82-Jährige überführt Mörder

Was der Polizei nicht gelang - die 82-jährige Audrey Ridpath hat in England im Alleingang einen Mörder enttarnt. Nun warten 75.000 Mark auf sie.
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London - Im "Daily Telegraph" sagte die betagte Dame, sie wolle einen Großteil des Geldes für Waisenkinder in Ruanda spenden, "damit aus diesem Übel zumindest noch etwas Gutes erwachsen kann". Der kriminalistische Spürsinn der Witwe aus dem südenglischen Küstenort Worthing war gefragt, als die 87-jährige Jean Barnes eines Tages ermordet aufgefunden wurde. Ein Einbrecher hatte die allein stehende Frau erschlagen. Damit die Tat möglichst lange unbemerkt blieb, hatte er für den Milchmann einen Zettel auf die Fußmatte gelegt, auf dem stand, dass Mrs. Barnes in ein Pflegeheim gekommen sei.

Die Polizei kam in dem Fall nicht weiter. Deshalb zeigte sie in einer britischen TV-Sendung, die ungelöste Kriminalfälle vorstellt, den handgeschriebenen Zettel. Mrs. Ridpath sah die Sendung und erkannte die Schrift: Vier Jahre zuvor hatte der Handwerker David Munley, 57, versucht, eine ihrer Nachbarinnen zu betrügen. Die aufmerksame Ridpath hatte jedoch seine Absichten erkannt und die Frau rechtzeitig gewarnt.

Sofort nach der Sendung rief sie die Polizei an und schlug einen Handschriftenvergleich vor. Das Ergebnis verriet Munley als Mörder. "Seitdem nennen mich meine Freunde nur noch Miss Marple", sagte die grauhaarige Dame mit Brille bei einer Pressekonferenz. "Ich bin das jetzt eigentlich ein bisschen leid", meinte sie zum Vergleich mit der betagten Detektivin aus den Romanen von Agatha Christie. "Aber dass dieser Mann gefasst wurde, ist eine gute Sache, denn er hätte es bestimmt noch einmal getan."