Miss und Mister Germany: Zum Heulen schön - DER SPIEGEL
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Miss und Mister Germany Zum Heulen schön

Der angeblich schönste Mann Deutschlands heißt Marcel, ist Polizist und hat nah am Wasser gebaut. Als er zum Mister Germany 2000 gewählt wurde, liefen die Tränen. Auch die neue Miss Germany, Sandra aus Sachsen-Anhalt, musste das "erst einmal alles auf sich wirken lassen".
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Berlin - "Vorher bin ich sehr emotional dabei gewesen, das hat man gesehen", sagte der Gewinner Marcel Barkowski auf der Bühne in die vielen Mikrofone und Kameras. Den Job als Polizist und die neue Aufgabe als Deutschlands schönster Mann wolle er "irgendwie vereinbaren". Die überglückliche Sandra Hoffmann hatte bis zum Schluss an ihr Motto geglaubt, dass dabei sein alles ist. "Ich muss das erst einmal auf mich wirken lassen", sagte die Blondine.

Die beiden sind am Donnerstagabend in Berlin zu Miss und Mister Germany 2000 gekürt worden - bisher einer von vielen Miss-Titeln, der aber von nun an exklusiv vergeben werden soll. Die Miss Germany Corporation (MGC) besitzt seit Dezember die Alleinrechte.

Im Enddurchlauf setzten sich der 22-jährige Berliner und die 21-jährige Logopädin aus Reuden in Sachsen-Anhalt gegen 44 Mitbewerber durch. Ihren ersten großen Auftritt hatten die Kandidatinnen in langen Abendkleidern und die Herren im feinen Zwirn. Der zweite Lauf erforderte schon sehr viel mehr Mut: Die Frauen kamen in Badeanzügen auf die Bühne, die Männer in Hotpants mit geschwellter Brust. Manche stolperten, andere stammelten bei ihrer Vorstellung etwas, manch einem war das Lächeln festgefroren.

Die Jury hatte es schwer, darunter Moderatorin Petra Schürmann, Sängerin Mary Roos und das Schlagerduo Cindy und Bert. "Das Gesamtbild muss stimmen, da nützen die beste Kleidung und das beste Make-up nichts", sagte Juror und Boxer Ralf Rocchigiani.

Petra Schürmann, Miss World 1954, konnte die Nervosität auf dem Laufsteg nachvollziehen. Nach den Karriereaussichten der Gewinner gefragt, sagte sie: "Bei mir hat es überhaupt nichts gebracht, weil ich nach zwei Monaten diese ganze Glitter- und Glimmerwelt so zum Kotzen fand, dass ich mich nur noch zurückgezogen habe und weiterstudierte."

Mehr als 2000 Gäste sahen sich die vierstündige Wahl mit Showeinlagen von Star-Imitatoren an. Rund 5000 junge Menschen hatten sich in ganz Deutschland an den Vorausscheidungen beteiligt. Auf die Gewinner warten etwa 300 Termine, darunter Fernsehauftritte, Foto- Shootings und Autogrammstunden. "Wir sehen Mister und Miss Germany nicht als Model-Wettbewerb, sondern als eigenen Beruf", sagte MGC-Pressechef Michael Semrad.

Nicola Jentzsch