Missbrauch Zehnjährige erkennt ihre Peiniger
Goch - Dies ergaben die Ermittlungen von Polizei und Justiz, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve (Nordrhein-Westfalen) mitteilte. Seinen Angaben zufolge hat das Opfer die Täter identifiziert. Demnach vergingen sich ein 17-jähriger lernbehinderter Schüler und ein 44 Jahre alter Obdachloser an dem Kind. Der 44-Jährige soll die Zehnjährige anschließend in dem Verlies eingesperrt haben.
Der 17-Jährige und das Mädchen kannten sich zuvor, so die Staatsanwaltschaft. Sie waren zusammen auf das Fabrikgelände gegangen. Dort habe der Jugendliche zuerst versucht, sexuelle Handlungen an der Zehnjährigen vorzunehmen. Als sich das Mädchen wehrte, soll der Jugendliche sie geschlagen und gewürgt haben.
Später kam nach Aussage des Mädchens zufällig der 44-Jährige hinzu, der den Jüngeren vertrieben haben soll. Den Ermittlungen zufolge missbrauchte auch dieser Mann das Kind. Anschließend habe er das Mädchen in einen Kellerschacht auf dem Fabrikgelände getrieben. Der Schacht war mit einer schweren Betonplatte versperrt.
Die Zehnjährige wurde zwölf Stunden nach der Tat mit Verletzungen, einem Schock sowie stark unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht. Sie konnte inzwischen wieder entlassen werden. In den späten Abendstunden des Karfreitags hatten sie ihre Eltern vermisst gemeldet. Die Ermittlungen der Polizei führten am Samstagmorgen auf das Fabrikgelände, wo die Beamten den Roller des Mädchens und wenig später das verängstigte Kind fanden.
Der 44-Jährige sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen schwerer Körperverletzung und Kindesmissbrauchs ermittelt. Der vorbestrafte Mann bestreitet die Tat ebenso wie der 17-jährige Schüler, zu dem die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben machen wollte.