Missbrauchs-Verfahren Mysteriöses Tonband entlastet Michael Jackson
New York - Während der Staatsanwalt emsig Belege für die Schuld Jacksons sammelt, sind auch die Anwälte des Popstars nicht untätig. Sie spielten einer CNN-Mitarbeiterin eine Aufnahme vor, auf der zu hören sein soll, wie das mutmaßliche Missbrauchsopfer den Popstar lobt. Auf der Kassette, die im Februar entstanden sein soll, wird der 45-jährige Entertainer als "Vaterfigur" bezeichnet. Die zu hörenden Stimmen sollen von dem Jungen, der Jackson belastet, seiner Mutter und seinem Bruder stammen. Sie dankten Gott dafür, sie mit Jackson zusammengebracht zu haben, berichtete CNN am Donnerstag.
Die beiden Kinder sollen betonen, dass sich der Sänger in ihrer Gegenwart "nie ungehörig benommen" habe. Der Sender weist jedoch darauf hin, dass er keinen Beweis dafür habe, dass die Stimmen auf der Kassette tatsächlich die des Jungen, seiner Mutter und seines Bruders sind. Laut der CNN-Mitarbeiterin Kimberly Guilfoyle Newsom, eine Juristin, sagte die Mutter auf dem Band außerdem, dass Jackson ihren Jungen wie seinen eigenen Sohn behandele.
Newsom erläuterte in der CNN-Sendung "Anderson Cooper 360", dass die Kassette auf Wunsch Jacksons von einem Privatdetektiv aufgenommen worden und etwa 20 Minuten lang sei. Die Aufnahme war demnach kurz nach den Dreharbeiten für eine Dokumentation über Jackson entstanden, in dem Jackson Hand in Hand mit dem Zwölfjährigen zu sehen ist.
Newsom sagte, sie habe beim Anhören "zu keiner Zeit" den Eindruck gewonnen, als sei die Familie unter Druck gesetzt worden oder habe sich an vorgegebene Texte gehalten, betonte die Frau. Zusätzlich zur Bandaufnahme soll die Mutter des Jungen eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnet haben, in der sie bestätigt, dass Jackson ihr Kind nie sexuell missbraucht hat.
Nach Newsoms Einschätzung könnte das Material der Anklage der Staatsanwaltschaft schaden. Sollte das Band echt sein, müsste der Staatsanwalt nachweisen, dass der angebliche Kindesmissbrauch nach der Aufnahme vom Februar stattfand.