Missbrauchsprozess: Jacksons Ex enttäuscht die Ankläger - DER SPIEGEL
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Missbrauchsprozess Jacksons Ex enttäuscht die Ankläger

Sie kam als Zeugin der Anklage, ihre Aussage freute dann aber mehr die Verteidigung: Im Missbrauchsprozess gegen Michael Jackson hat jetzt seine Ex-Frau Debbie Rowe ausgesagt. Behauptungen, sie sei von dem Popstar zu einer entlastenden Aussage in einem Video gedrängt worden, wies die Zeugin unter Tränen zurück.
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Santa Maria - Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Sänger habe sie nach der Ausstrahlung eines imageschädigenden Berichts um Hilfe gebeten, erklärte Rowe dem Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte Rowe in den Zeugenstand gerufen, um zu belegen, dass Jackson nach Ausstrahlung des Videos in Panik verfallen sei und eine Kampagne gestartet habe, um seinen Ruf zu retten. Das Video zeigt Jackson unter anderem Händchen haltend mit einem damals 13-jährigen Jungen, der ihn später des Missbrauchs beschuldigte.

Laut Staatsanwaltschaft entstand das Video ungefähr zur selben Zeit, als sich auch die Familie des Hauptbelastungszeugen gegen Jackson lobend über den Popstar als Vaterfigur geäußert hatte. Die Mutter des Zeugen hat ausgesagt, ihre Äußerungen seien unter Druck entstanden und vorformuliert gewesen. Bezirksstaatsanwalt Tom Sneddon hatte vor Rowes Aussage angekündigt, dass sie sich ähnlich äußern würde.

Rowe sagte aus, sie sei nicht wie von der Staatsanwaltschaft vermutet, eingeschüchtert oder gar zu der Aussage gezwungen worden. Jacksons habe sie darum gebeten. "Er sagte mir, dass ein Video erscheinen würde und dass es voll von Lügen sei und ob ich helfen würde. Und ich sagte wie immer ja", berichtete Rowe. "Er ist mein Freund", sagte sie. Rowe ist die Mutter von zwei Kindern Jacksons, der siebenjährigen Paris und dem achtjährigen Prince Michael.

Vor dem Interview sei ihr zwar eine Liste von Fragen vorgelegt worden, die sie allerdings nicht angesehen habe. "Ich wollte nicht, dass mir hinterher jemand sagt, mein Interview sei einstudiert gewesen. Wie Herr Jackson weiß, kann mir niemand vorschreiben, was ich sage."

Sie habe weder Geld für die Aussage erhalten, noch sei sie zu vorformulierten Aussagen gedrängt worden. Auf die Frage des stellvertretenden Bezirksstaatsanwalts Ron Zonen, was sie nach dem Interview erwartet habe, sagte Rowe unter Tränen: "Mit den Kindern wieder vereint zu sein und die Bekanntschaft mit ihrem Dad zu erneuern." Ihre Kinder hatte sie eigenen Worten zufolge zu diesem Zeitpunkt seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.

Rowe räumte jedoch ein, in dem Video gelogen zu haben, besonders als sie Jacksons Vaterqualitäten gepriesen habe. Ihre Ehe mit Jackson schilderte sie in einem seltsamen Licht. Rowe erklärte, sie habe Jackson schon 20 Jahre vor ihrer Heirat gekannt. Über ihre Beziehung sagte sie: "Wir waren Freunde, und wir waren verheiratet." Als sie nach der Ehe gefragt wurde, erklärte sie: "Wir haben nie zusammengelebt." Über ihr Privatleben wollte sie indes keine Auskunft geben. "Das geht niemanden etwas an", sagte sie.

Rowe war als Krankenschwester bei einem von Jacksons Schönheitschirurgen beschäftigt. 1996 heiratete sie den Popstar, drei Jahre später wurde die Ehe wieder geschieden. Jackson hat ein weiteres Kind, Prince Michael II. Die Identität von dessen Mutter ist öffentlich nicht bekannt. Vor einem Familiengericht in Los Angeles streitet Rowe mit Jackson um das Besuchsrecht für ihre Kinder. Bei der Scheidung habe sie das Recht erhalten, die Kinder alle 45 Tage für acht Stunden zu sehen. Häufig seien die Treffen aber nicht zustande gekommen, weil Jackson mit ihnen auf Reisen gewesen sei, sagte Rowe.

Die Verhandlungen vor dem Gericht im kalifornischen Santa Maria laufen seit Ende Februar. Die Anklage will ihre Beweisaufnahme in dieser Woche abschließen. Die Befragung Rowes sollte heute fortgesetzt werden.

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