Missbrauchsverfahren Maulkorb für Michael Jackson
Im Missbrauchsverfahren gegen Michael Jackson hat das Gericht dem Popstar eine Rüge erteilt. Jackson soll mit seinen Äußerungen über frühere Vorwürfe von Kindesmissbrauch gegen ein Redeverbot verstoßen haben, sagte Richter Rodney Melville bei einer Anhörung im kalifornischen Santa Maria. Jackson selbst war bei dem Gerichtstermin nicht anwesend. Er ist wegen sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen angeklagt.
Michael Jackson hatte im Juni über einen Vorfall geredet, der elf Jahre zurückliegt. Ein US-Sender hatte zuvor berichtet, dass der Sänger einem Jungen und dessen Familie damals über 20 Millionen Dollar Entschädigung zahlte. Ob dieser Vorfall als Beweismittel in dem aktuellen Verfahren zugelassen wird, ist noch unklar. Der 45-jährige Popstar ist wegen sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen im Jahr 2003 angeklagt.
Verteidiger sieht Mangel an Beweisen
Jackons Verteidiger Thomas Mesereau hat einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens eingereicht. Der Verteider wies auf Fehler von Staatsanwalt Thomas Sneddon hin und sagte, es mangele in dem Fall an Beweisen. Jacksons Recht auf einen fairen Prozess sei dadurch nicht mehr gewährleistet. Richter Melville will zu einem späteren Zeitpunkt über den Antrag entscheiden.
Das Gericht setzte die nächste Anhörung für den 27. Juli fest. Dann soll unter anderem untersucht werden, ob Staatsanwalt Sneddon das Recht hatte, das Büro eines Privatdetektivs zu durchsuchen. Nach dem Antrag der Verteidigung sollen die dabei sichergestellten möglichen Beweismittel, die von der Polizei konfisziert wurden, bei dem Prozess nicht zugelassen werden.
Jackson wird in der zehn Punkte umfassenden Anklageschrift angelastet, sich zwischen Februar und März 2003 an einem damals zwölfjährigen Jungen vergangen zu haben. Er wurde im November festgenommen und befindet sich gegen eine Millionen-Kaution auf freiem Fuß. Zu den Anklagepunkten gehören außer Kindesmissbrauch in vier Fällen auch Verschwörung zur Kindesentführung. Jackson hat sich in allen Punkten nicht schuldig erklärt. Der Prozess soll im September beginnen.