Misshandlung Ausbilder quälen behinderten Lehrling
Hildesheim - Im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte hat es nach Angaben der Schulleitung noch nie gewalttätige Zwischenfälle gegeben. "Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist von Vertrauen geprägt", sagte Direktor Joachim Seifert. Die Verdächtigen wurden entlassen. Das Verhalten der Ausbilder sei ihm unerklärlich, sagte Seifert. Der 45 Jahre alte Meister und der 57 Jahre alte Geselle seien bislang nur positiv aufgefallen.
Die Ausbilder sollen dem 22-Jährigen am 29. Juni aufgetragen haben, eine Zange von so genannten Schweißpickeln zu säubern. Nach Angaben des Lehrlings waren die beiden Männer mit dem Ergebnis seiner Arbeit unzufrieden. Daraufhin habe der Meister ihm den Greifring der etwa 90 Zentimeter langen Zange um den Hals gelegt. Der Geselle soll die Griffe auf Anweisung des Meisters zugeschweißt haben.
Der 22-Jährige konnte aus dem Werkraum flüchten und lief zum Direktor. Der Schulleiter sorgte dafür, dass die Ausbilder die Zange wieder öffneten. Dann alarmierte er die Polizei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung gegen die beiden Ausbilder.