Mittelmeer: Flüchtlingsschiff sinkt vor Korfu - DER SPIEGEL
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Mittelmeer Flüchtlingsschiff sinkt vor Korfu

Dramatische Suchaktion im Mittelmeer: Hunderte Flüchtlinge waren auf dem Weg nach Italien, dann geriet ihr Boot vor der griechischen Insel Korfu in Seenot und sank. 241 Menschen konnten gerettet werden. Doch 22 Migranten stürzten ins Meer.
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Athen - Der Notruf ging in der Nacht ein: Westlich der griechischen Insel Korfu war ein Boot mit Wasser vollgelaufen. 263 Flüchtlinge befanden sich an Bord, vermutlich stammten sie aus Afghanistan. Ein vorbeifahrender Frachter konnte 241 Menschen aufnehmen.

Überlebende berichten jedoch, dass 22 weitere Flüchtlinge ins Meer stürzten. Unter den Vermissten sind auch Kinder. Die griechischen Behörden suchen nun nach den Verschollenen. An der Suchaktion beteiligten sich fünf Schiffe, ein Hubschrauber und ein Flugzeug, sowie Patrouillenboote der Küstenwache.

Schleuserbanden bringen jeden Monat auf der Route Türkei-Griechenland-Italien Tausende Migranten nach Europa. Mittlerweile ist fast jeder zehnte in Griechenland lebende Mensch ein Ausländer, dessen Heimatland außerhalb der Europäischen Union liegt. Rund 300.000 Menschen sind illegal im Land. Sie stammen überwiegend aus Afghanistan, dem Irak und nordafrikanischen Staaten.

Das griechische Asylsystem ist inzwischen stark überlastet. Im Oktober forderte Griechenland die Hilfe der EU-Grenzagentur Frontex an - Athen sei allein nicht mehr in der Lage, mit der Flüchtlingskrise fertig zu werden. Einen Monat später wurden mehr als 200 EU-Grenzwächter entsandt, darunter auch 27 Beamte der deutschen Bundespolizei.

Die Regierung in Athen hat zudem angekündigt, einen mehr als 200 Kilometer langen Zaun entlang seiner Landesgrenze zur Türkei zu bauen. "Die griechische Gesellschaft hat bei der Aufnahme illegaler Einwanderer ihre Grenzen erreicht. Griechenland kann nicht mehr", sagte der für Einwanderungsfragen zuständige Minister Christos Papoutsis der griechischen Nachrichtenagentur Ana.

kgp/dpa/AFP