Mittelmeer-Raum Mehrere Tote bei Waldbränden
Teruel/Saragossa/Ajaccio - Bei Waldbränden auf den Mittelmeerinseln Sardinien und Korsika sowie in Spanien sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Am Donnerstag wurden zwei Todesfälle auf Sardinien gemeldet.
Im spanischen Alicante: Kampf gegen die sich ausbreitenden Feuer
Foto: A2609 epa efe Frances/ dpaDort starben in der Region um Sassari nach Angaben des Zivilschutzes zwei Menschen - ein alter Mann, der einen Herzinfarkt erlitt, als er vor den Bränden floh, und ein 58-jähriger Schäfer, als er seine Herde vor den Flammen retten wollte. Ein weiterer Schafzüchter gilt als vermisst. Im Norden und im Süden der italienischen Insel mussten am Nachmittag Anwohner ihre Häuser verlassen, um sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen.
Auch auf der im Norden Sardiniens gelegenen französischen Insel Korsika mussten Menschen wegen Waldbränden ihre Häuser verlassen. Nach Angaben der Polizei zerstörten drei Feuer im Süden etwa 3500 Hektar Wald und Büsche sowie mehrere Gebäude. Mehrere Ortschaften mussten evakuiert werden.
Besonders verheerend sind die Feuersbrünste weiterhin in Spanien. Der Fahrer eines Tankwagens, der Löschwasser transportierte, wurde am Donnerstag getötet. Der 50-Jährige sei mit seinem Fahrzeug einen Abhang hinunter gestürzt, teilten die Behörden mit. Bereits am Dienstag starben bei Tarragona an der Costa Dorada im Nordosten des Landes vier Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen im Naturpark Els Ports. Der Brand dort loderte auch am Donnerstag weiter, fast 1200 Hektar Wald wurden zerstört.
In der ostspanischen Stadt Teruel haben die Feuer bislang mehr als 8000 Hektar Wald vernichtet. Sechs Ortschaften mit etwa 1500 Einwohnern mussten komplett geräumt werden.
Starker Wind und Hitze von teils über 40 Grad erschwerten allerorts die Löscharbeiten.
Großflächige Brände auch in Frankreich
In Frankreich haben unterdessen Soldaten der Fremdenlegion mit Leuchtmunition die größten Waldbrände seit Jahren entzündet. Die acht Kilometer lange Feuersbrunst konnte in der Nacht zum Donnerstag erst kurz vor den Toren der Hafenstadt Marseille gestoppt werden. Das Feuer zerstörte 1300 Hektar Wald, vier Häuser und ein Bauernhof fielen ihm zum Opfer.
Nach Angaben der Gendarmerie lösten ein oder mehrere Schüsse den Brand auf einem Truppenübungsplatz aus. Der verantwortliche Unteroffizier wurde mit sofortige Wirkung suspendiert. Er habe wissen müssen, dass der Einsatz von Leuchtspurmunition in der Region von Mai bis November untersagt ist, sagte ein Armeesprecher. Die Entstehung des Feuers versetzte die Menschen in Marseille in blanke Wut. "Das ist eine unglaubliche Dummheit", sagte Bürgermeister Jean-Claude Gaudin.