MKS: Tony Blair rettet Kalb Phoenix - DER SPIEGEL
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MKS Tony Blair rettet Kalb Phoenix

Das Kalb Phoenix ist das letzte seiner Herde. Fünf Tage hatte es sich unter dem toten Körper seiner gekeulten Mutter versteckt. Eine empörte Öffentlichkeit hat nun die englische Regierung bewogen, das Jungtier zu verschonen.
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London - Eine Regierungssprecherin in London sagte, das von der MKS-Schlachtung bedrohte zwölf Tage alte weiße Kälbchen, dessen Schicksal die ganze Nation bewegt hatte, werde nicht geschlachtet. "Phoenix wird leben", sagte sie.

In London gab es keinen Zweifel daran, dass die überraschende Entscheidung, das Tier zu verschonen, von Premierminister Tony Blair persönlich getroffen wurde. Die beabsichtigte Tötung des Tieres, das insgesamt dreimal den Veterinärbeamten des Agrarministeriums entgangen war, hatte landesweit Entrüstung und Mitgefühl hervorgerufen. "Die Schlachtung von Phoenix drohte, ein Public-Relations-Desaster zu werden", urteilte die BBC.

Wende in der Massenkeulungspolitik

Nun sieht es so aus, als werde das Schicksal des weißen Kälbchens auch eine Wende in der Massenkeulungspolitik der Regierung einleiten. Am Donnerstag sollten Änderungen bekannt gegeben werden, teilte die Downing Street mit. Beobachter gehen davon aus, dass die Regierung die strikten Auflagen lockern will, wonach alle Tiere in der Nachbarschaft einer von der Maul- und Klauenseuche betroffenen Farm innerhalb von 48 Stunden getötet werden müssen.

Blair wird am Donnerstag in die nordenglische Grafschaft Cumbria reisen, in der die Seuche besonders stark grassiert. Nach Einschätzung von Beobachtern hält die Regierung den Zeitpunkt einer Lockerung der strikten Keulungspolitik für günstig, weil die Zahl der neuen MKS-Fälle langsam zurückgehe. Am Mittwoch waren 18 neue Fälle bestätigt worden. Damit sind jetzt insgesamt 1480 Farmen und Betriebe in Großbritannien von der Seuche betroffen.

Veterinärbeamte des britischen Agrarministeriums hatten zweimal vergebens einen Anlauf genommen, Phoenix entsprechend der Vorschriften zu töten. Das Ehepaar Philip und Michaela Board, die das Kalb in ihre Obhut genommen und mit Flaschenmilch ernährt hatten, zeigte sich "hocherfreut" über die Entscheidung, das Tier zu verschonen. "Wir hätten alles unternommen, um die Veterinäre von der Regierung nicht hereinzulassen", sagte Philip Board der BBC.