Curvy Kate: Unterwäschekampagne mit Rollstuhl-Model
Models ohne Haar oder im Rollstuhl "Das neue Sexy"
Mit einem Schlag änderte sich das Leben von Gemma Flanagan. Tag für Tag ist die Flugbegleiterin auf den Beinen, um die Wünsche der Passagiere zu erfüllen. Doch dann wird das Guillain-Barré-Syndrom bei der 27-Jährigen diagnostiziert - eine Nervenkrankheit, die Flanagan vollständig lähmt.
Fünf Jahre ist das her. Fünf Jahre, in denen Flanagan ihren Körper trainierte und ihr Leben neu aufbaute. Immer noch sitzt sie die meiste Zeit im Rollstuhl, doch jetzt ist sie Model - in der neuen Unterwäschekampagne des Unternehmens Curvy Kate.
#TheNewSexy heißt die Kampagne, mit der die Bekleidungsfirma Frauen ein positives Körperbild vermitteln will, und mit den gängigen Schönheitsidealen der Modeindustrie bricht. Neben Flanagan stehen auch Brustkrebserkrankte, Frauen mit fülliger Figur und ältere Damen vor der Kamera.
Wenn es nach den Modemachern von Curvy Kate geht, sollte die neue Kampagne überhaupt kein Aufsehen erregen. "Frauen jeglicher Figur, Größe und jeglichen Aussehens modeln für unsere Kollektionen. Wir glauben, eine größere Vielfalt unter Models sollte sichtbar sein", sagt PR-Chefin Hannah Isichei. "Die Gesellschaft besteht nicht nur aus einer Frau und wir wissen, dass unsere Kunden alle unterschiedlich sind."
"Ich musste meine Identität wiederfinden und lernen, meinen neuen, veränderten Körper zu lieben", sagt Flanagan im Interview mit dem "Independent". Sie habe sich mutlos gefühlt, wenn sie Magazine angeschaut und niemanden gesehen habe, mit dem sie sich habe identifizieren können.
Wenn es nach ihr geht, sollte Vielfalt in der Modewelt die Normalität sein. "Unsere Welt ist sehr vielfältig, aber die Modeindustrie ist so perfekt, dass sie der Mehrheit der Menschen keine Möglichkeit zur Identifikation gibt", sagt Flanagan. "Wir sind die Kunden und wir kaufen die Kleider, aber wir werden nicht alle repräsentiert."