Designer Rick Owens: Aufreger bei Modenschau
Modenschau in Paris Model provoziert mit Merkel-Plakat
Eigentlich wollte Designer Rick Owens in Paris seine neue Kollektion der Frühjahrs- und Sommermode zeigen. Das geriet allerdings angesichts der Aktion eines der Models zur Nebensache. Der junge Mann zeigte auf dem Laufsteg ein helles Stück Stoff, auf das eine Botschaft geschrieben war: "Please Kill Angela Merkel Not". Das Englisch ist holprig, angelehnt an eine gängige Form des Witzes, bei der eine Aussage durch ein nachgestelltes "not" umgekehrt wird - meist erst nach einer besonders markanten, in die Länge gezogenen Pause. Der Appell lässt sich mit "Bitte tötet Angela Merkel nicht" übersetzen.
Die Aktion brachte Designer Owens in Rage. Es handle sich um ein verrücktes, niederträchtiges, verdammtes Model, dem er eine geklebt habe, sagte er dem Mode-Branchenblatt "Women's Wear Daily" . "Bitte sagen Sie, dass ich ihm eine reingehauen habe."
Das Model sei seit etwa zwölf Jahren so etwas wie seine männliche Muse, sagte Owens. Der Mann habe sich offenbar sicher genug gefühlt, etwas Derartiges während einer Modenschau zu tun. "Ich bin stinksauer", sagte Owens. "Ironischerweise geht es bei der Kollektion um männliche Aggression und Protest."
Das Label veröffentlichte kurze Zeit später eine Mitteilung. Man übernehme keine Verantwortung für den Protest. Es handle sich um ein "unabhängiges Statement", das nicht die Meinungen des Designers und seiner Firma wiedergebe.
Das Label bat zudem darum, die Worte auf dem Plakat unkenntlich zu machen. Manche Medien kamen der Bitte nach. Wir belassen es beim Original. Denn bei aller Aufregung riecht das Ganze auch ein wenig nach koordinierter PR-Aktion.
Im vergangenen Jahr hatte Owens gesagt, bei der Auswahl der Models seien ihm seltsame Typen willkommen, die anderswo vielleicht nicht gefragt seien. "Wir provozieren gerne ein bisschen." Das lässt sich schwerlich bestreiten. Immerhin war es Owens, der im Januar Models in so knapp geschnittenen Outfits auf den Laufsteg schickte, dass hinterher alle nur über eines sprachen: deutlich sichtbare Penisse auf dem Laufsteg.