Modern Talking: Bohlen bekam beim Wimmern Hilfe - DER SPIEGEL
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Modern Talking Bohlen bekam beim Wimmern Hilfe

Was schon lange gemunkelt wurde, ist jetzt gerichtlich festgestellt. Die Weichspül-Popper von Modern Talking haben ihren Fistelsound mit fremden Stimmen geschmückt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Das erfolgreiche Popduo ist in Wirklichkeit ein Popquintett, ergab ein Rechtsstreits zwischen dem Sänger Michael Scholz und Modern-Talking-Chef Dieter Bohlen. Wie die Illustrierte "Max" berichtet, habe Scholz gemeinsam mit seinen Kollegen Detlef Wiedeke und Rolf Köhler im Wesentlichen die Wimmerstimmen von Hits wie "You're My Heart, You're My Soul", "Brother Louie" und "Cheri Cheri Lady" gesungen.

Eigentlich, so Scholz, war als Honorierung für die drei "Chormusiker" ein Prozent des Umsatzes vereinbart gewesen, bei den Mega-Sellern ein stattliches Sümmchen. Sie seien aber mit 150 bis 250 Mark pro Lied abgespeist worden.

Es sei nun im Januar zu einem Vergleich gekommen, nach dem die drei Musiker je 100.000 Mark bekommen sollten, bestätigte Bohlens Anwalt Götz Kisko gegenüber "Max": "Es entspricht den Tatsachen, dass dieses Verfahren durch einen Vergleich beendet wurde."

In einer Klageschrift, die Scholz bereits im Juli 2000 vor dem Landgericht Berlin eingereicht habe, behauptet er sogar, Bohlen "sang selber nicht, gab sich jedoch gegenüber dem Publikum und der Plattenfirma als Gesangsinterpret aus".

Der Chef der BMG Berlin Musik GmbH, André Selleneit, sagte der Illustrierten: Die "tragende Stimme" aller Modern-Talking-Songs stamme von Bohlens Kompagnon Thomas Anders. In den hohen Falsett-Passagen würden aber bis zu 80 Stimmen zusammengemixt, darunter Mehrfachaufnahmen von Anders, der drei Kläger sowie Bohlen selbst. Die Tonmeister aus dem Studio hätten versichert: "Ja, Bohlen ist Teil der Stimmen im Kopfteil."