Moderne Schwarzhändler - DER SPIEGEL
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INTERNET Moderne Schwarzhändler

• aus DER SPIEGEL 37/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn sich die Großen der Popbranche bereitmachen für einen Auftritt, stehen nicht nur Zuschauer, sondern oft auch Schwarzhändler vor den Stadien und bieten Tickets für die besten Plätze zu überhöhten Preisen an. Diese Händler ärgern die Konzertorganisatoren und die Ticketverkäufer schon lange, denn ihre Existenz beweist, dass die Ticketverkäufer für die besten Plätze mehr hätten verlangen können. Die amerikanische Firma »Ticketmaster«, eine der größten Ticketagenturen der Welt, hat sich die Praktiken der Schwarzhändler zum Vorbild genommen. Sie will noch in diesem Jahr mit der Online-Versteigerung der besten Plätze beginnen. »Die Tickets sind das wert, was sie wert sind«, sagt John Pleasants, der Chef von Ticketmaster. Werde ein Ticket, das offiziell 50 Dollar wert sei, bei Ebay für 1000 Doller verkauft, sei sein wahrer Wert eben 1000 Dollar. Im Juni testete Ticketmaster sein neues Angebot. Vor dem Boxkampf zwischen Lennox Lewis und Witalij Klitschko bot Ticketmaster ein Paket an, bestehend aus zwei Sitzen in der ersten Reihe, einem Handschuh signiert von Lewis und der Möglichkeit, beim Training zuzuschauen. Einstiegsgebot waren 3000 Dollar. Verkauft wurde das Paket für rund 7000 Dollar.

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