Modewoche Madrid: Skandal um Taliban-Kollektion - DER SPIEGEL
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Modewoche Madrid Skandal um Taliban-Kollektion

Viele Zuschauer trauten ihren Augen nicht: Frauen mit Henkerstrick um den Hals, das Gesicht unter Stoff verhüllt. Die Madrider Mode-Wochen hatten zum Abschluss ihren Eklat. Und Schuld hatte der Debütant David Delfín mit seiner Taliban-Kollektion.
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Verhängter Blick: Delfín-Models stolperten über den Laufsteg. Das Publikum buhte

Verhängter Blick: Delfín-Models stolperten über den Laufsteg. Das Publikum buhte

Foto: REUTERS
Alles nur Verpackung: Ein bandagiertes Model

Alles nur Verpackung: Ein bandagiertes Model

Foto: REUTERS
Strick um den Hals: Der sehr spezielle Schick von David Delfín

Strick um den Hals: Der sehr spezielle Schick von David Delfín

Foto: REUTERS

Madrid - Der 31-jährige Delfín hatte bei der Schau am Freitagabend die Köpfe seiner Models in Kapuzen gesteckt. Die Frauen waren zum Teil in sackähnliche Gewänder gehüllt und trugen Henkerstricke oder Kruzifixe um den Hals. Bei anderen Frauen waren die Beine und Arme mit medizinischen Verbänden umwickelt. Im Hintergrund waren Orgasmus-Geräusche zu hören. Einige Models taumelten über den Laufsteg oder gerieten ins Stolpern, weil sie durch die Kapuzen kaum sehen konnten.



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Viele Zuschauer reagierten mit Pfiffen und Buh-Rufen, andere verließen vorzeitig den Saal. Die Direktorin der Mode-Woche "Pasarela Cibeles", Cuca Solana, versuchte offenbar vergeblich, die Vorführung abbrechen zu lassen. Der Leiter der Madrider Messe, Fermín Lucas, warf dem Mode-Designer anschließend Frauenverachtung vor. Delfín habe mit den Leiden der Frauen "frivole Scherze" getrieben. "So etwas wird es hier nicht mehr geben."

Der Modeschöpfer reagierte verblüfft auf den von ihm ausgelösten Skandal. "Ich habe gesehen, dass einige Models unter den Kapuzen gelitten habe. Das tut mir Leid", sagte er. "Ich habe etwas gezeigt, das von der üblichen Mode abweicht und Neugier erwecken sollte."