Modewochen: Schlicht - aber bitte in Orange - DER SPIEGEL
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Modewochen Schlicht - aber bitte in Orange

Schlank und schnörkellos soll die Mode der kommenden Saison sein, gern auch unifarben. Akzente setzen auffällige Accessoires, die das edle Understatement bis zur Protzigkeit aufmotzen. Und in einem sind sich die Designer einig: Wer trumpfen will, tut dies am besten in Orange.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Während das allherbstliche Modekarussell mit dem Abschluss der Londoner Modewoche und dem Beginn der Mailänder Shows gerade erst richtig in Schwung kommt, zeichnen sich schon jetzt erste Tendenzen für die neue Frühjahrsmode ab. Einfach und zierlich sah die Garderobe der modebewussten Frauen bei den in London präsentierten Kollektionen aus - bei den Farben allerdings ist von grell bis gedeckt fast alles möglich.

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Mode-Trends: Manche mögen's einfach

Foto: REUTERS

Doch die Entscheidung wird nicht lange auf sich warten lassen, versammelt sich doch die Modewelt seit Sonntag in Mailand, um dann mitsamt dem Tross aus Einkäufern, Fotografen und Journalisten zu den Pret-à-porter-Schauen nach Paris weiterzuziehen. Dort wird ab dem kommenden Wochenende der Höhepunkt der Défilées für das kommende Frühjahr zehn Tage lang zelebriert werden.

"Die Mode muss schlanker und präziser werden", verlangte die britische Designerin Betty Jackson anlässlich ihrer Präsentation in London. Schmale Kleider und Röcke in unifarbenem Weiß, Schwarz, Braun oder Grün dominierten ihre Kollektion. Wer sich im Frühjahr nicht mehr als ein neues Stück leisten will, sollte sich nach dem Ratschlag der erfolgreichen Modemacherin für "irgendetwas in Orange" entscheiden.

Bei der Mode der britischen Marke "Ghost" zeigte sich ein Trend zu auffälligen Accessoires wie breite Gürtel, klobige Halsketten oder originelle Handtaschen.

Ein Feuerwerk aus Farben

Während die meisten Kollektionen von blassen Tönen beherrscht wurden, setzte die Britin Jenny Packham sich mit einem Feuerwerk von kräftigen und leuchtenden Farben ab. Inspiriert von der mexikanischen Malerin Frida Kahlo brachte sie explosives Rot, Orange, Gold und Lila auf den Laufsteg.

Eine andere Dame namens Frida wird dagegen in Mailand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen: Die 33-jährige Frida Giannini präsentiert morgen eine Kollektion für die Kultmarke Gucci - es ist ihr erster Auftritt in Mailand. Giannini ist schon die zweite Nachfolgerin des legendären Texaners Tom Ford, nachdem Alessandra Facchinetti mit zwei Kollektionen erfolglos geblieben war. Giannini hatte im Juni erste Entwürfe bei den Défilées in New York gezeigt, doch gilt der Auftritt in der norditalienischen Stadt als wahre Feuertaufe der jungen Römerin. Sie habe eine "bemerkenswerte Fähigkeit, das Wesen der Marke umzusetzen" und das Ganze obendrein in "kommerziellen Erfolg" umzumünzen, hatte das Haus Gucci anlässlich ihrer Ernennung im März mitgeteilt.

Erst kommen die Jungen, dann die alten Hasen

Die seit Sonntag laufenden Schauen in Mailand sind ein erster Höhepunkt der Modesaison, sie beginnen wie stets mit den jungen Modemachern und Marken, bevor sich alte Schwergewichte wie Giorgio Armani, Missoni, Gianfranco Ferre, Versace und Roberto Cavalli in den Ring stürzen. Ebenfalls Tradition geworden ist der Mailänder Auftritt der britischen Marke Burberry, die dank ihres Designers von einem biederen Regenmantelhersteller zu einer Trend-bestimmenden Modemarke avanciert ist.

Nicht auf dem Laufsteg, sondern nur in der Boutique werden die Modelle der Marke Jil Sander zu sehen sein, der neue Designer Ralf Simons wird erst im Januar eine Kollektion auf die Bretter bringen. Der Clou der Mailänder Woche dürfte aber die Modenschau der Marke Elena Miro werden, eine im mittleren Marktsegment angesiedelte Firma für Mode für etwas rundlichere Frauen. "Wir freuen uns, als erste Marke den Mut zu haben, wirkliche und normale Frauen in unserer Modenschau zu zeigen", sagt Miro-Sprecher Mauro Davico unter Anspielung auf die sehr mageren Models, die für die anderen Marken defilieren. "Es ist Zeit, der Mode ihre Kurven wiederzugeben."

Deborah Haynes, AFP