Mörder-Alarm: Eine Region im Ausnahmezustand - DER SPIEGEL
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Mörder-Alarm Eine Region im Ausnahmezustand

Mit Wärmebildkameras, kugelsicheren Westen und schwer bewaffnet kriechen Polizisten derzeit durch den niedersächsischen Wald. Sie suchen Dieter Zurwehme, den mutmaßlichen "Mörder von Remagen".
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Im Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchkämmen die Fahnder am Dienstag erneut ein Maisfeld sowie große Waldgebiete. Im Einsatz: Wärmebildkameras, Hubschrauber, Scharfschützen, Hundestaffeln und Spezialisten eines Sondereinsatzkommandos (SEK).Möglicherweise halte sich der extrem gefährliche Mörder in einem schwer zugänglichen Waldstück auf, hieß es. Polizeiautos fahren in den Kreisen Minden-Lübbecke und Schaumburg pausenlos Streife, verdächtige Fahrzeuge werden kontrolliert. Eine SEK-Einheit mit schußsicheren Westen durchstreift eine Böschung am Mittellandkanal.

Die Jagd auf den Mann, der vor sieben Monaten aus dem offenen Vollzug einer Bielefelder Justizvollzugsanstalt geflohen war und im März in Remagen vier Menschen erstochen haben soll, führt die Polizeibeamten nicht nur an ihre körperliche Belastungsgrenze. "Wenn man im Dunkeln durch den Wald robbt und weiß, da ist einer, der sofort schießt, dann ist das einfach ein verdammt mulmiges Gefühl", beschrieb ein Polizist seine Angst. Aber, "wir machen so lange weiter, bis die Handschellen um die Handgelenke des Gewaltverbrechers klicken", sagte ein erschöpfter Beamter.

Der aufsehenerregende Fall beunruhigt vor allem die Eltern im Fahndungsgebiet. Sie haben Angst, daß eines ihrer Kinder Opfer des Schwerverbrechers werden könnte. "Wir sind fassungslos. Das geht uns allen sehr nah", sagte eine besorgte Mutter aus der Weserstadt Minden. Dutzende Polizisten verteilten unterdessen Handzettel mit dem Foto Zurwehmes und warnten Eltern, ihre Kinder nicht alleine mit dem Fahrrad losfahren oder in unbesiedeltem Gebiet unbeaufsichtigt zu lassen. "Der bewaffnete Mann ist durch den polizeilichen Druck unberechenbar", lautete die unmißverständliche Warnung.

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