Mördersuche Zurwehme im Wald untergetaucht?
Der Zeuge habe einen "abgerissen wirkenden" Mann im Wald getroffen und sich kurz mit diesem unterhalten. Später habe er den Unbekannten als Dieter Zurwehme auf einem Foto wiedererkannt. Deshalb seien am Morgen weitere Einsatzkräfte zur Durchsuchung des zwischen Wunstorf und Barsinghausen gelegenen Geländes zusammengezogen worden, hieß es.
Die Suchaktion nach dem 57jährigen war in der Nacht zuvor erfolglos verlaufen. Obwohl die Polizei ihre Kräfte erneut verstärkt hatte, konnte sie den gefährlichen Gewaltverbrecher nicht fassen. Mehrere Hinweise aus der Bevölkerung auf verdächtige Personen hatten sich bei der Überprüfung als Fehlbeobachtungen erwiesen.
"Wir jagen Zurwehme bis zur Festnahme, wir machen keine Pause", hatte ein Polizeisprecher am Dienstag abend angekündigt. Das Fahndungsgebiet sei vergrößert, der Druck auf Zurwehme nochmals erhöht worden, sagte Einsatzleiter Dietrich Klingbeil vor der Presse in Stadthagen. "Wir sind uns sehr sicher, daß sich der Mann noch in dieser Gegend aufhält", erklärte er.
Am Dienstag hatten mehr als 100 verdeckte und offene Ermittler den ganzen Tag über nach dem 57jährigen im Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gesucht. Dabei fanden die Beamten in einem Maisfeld bei Hespe am Mittellandkanal möglicherweise Spuren des Flüchtigen: Sie entdeckten eine wenige Tage alte Zeitung und zwei angebissene Würstchen. Die Fundstücke wurden am Vormittag noch untersucht, die Ergebnisse der DNS-Analyse sollten frühestens am Nachmittag vorliegen. Die an der Bundesstraße 61 bei Minden gefundene Leiche eines 74 Jahre alten Mannes stehe nicht im Zusammenhang mit der Flucht Zurwehmes, bekräftigte ein Sprecher der Mindener Polizei am Morgen.
Zurwehme steht im Verdacht, im März in Remagen am Rhein zwei Ehepaare erstochen zu haben. Er war im Dezember vergangenen Jahres von einem Freigang in der Haftanstalt Bielefeld-Senne, wo er eine Haftstrafe wegen Mordes und anderer Gewaltdelikte verbüßte, nicht in seine Zelle zurückgekehrt.