Monaco: Hochadel gibt Rainier das letzte Geleit - DER SPIEGEL
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Monaco Hochadel gibt Rainier das letzte Geleit

Mehr als 55 Staatschefs sowie gekrönte Häupter aus aller Welt werden morgen Fürsten Rainier III. von Monaco die letzte Ehre erweisen. Neben König Carl XVI. Gustaf von Schweden und dem spanischen König Juan Carlos wird auch Königin Sonja von Norwegen erwartet. Ernst August Prinz von Hannover kann nicht an der Feier teilnehmen.
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Monaco - Ernst August, Ehemann von Prinzessin Caroline, muss wegen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse weiter im Krankenhaus bleiben, verlautete aus dem Klinikzentrum in Monaco. Ihm gehe es aber schon wieder besser, hieß es. Caroline hingegen wird der Zeremonie beiwohnen, ebenso wie ihre Geschwister Prinzessin Stephanie und Kronprinz Albert, der bereits Tage vor dem Tod seines Vaters am 6. April die Regentschaft übernommen hatte. Mehr als 1300 Polizisten und Sicherheitsexperten werden sich um den Schutz der Fürstenfamilie und der ausländischen Persönlichkeiten kümmern.

Zu den weiteren Trauergästen gehören Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac, Herzog Franz von Bayern, Herzog Eberhard von Württemberg, Prinz Joachim von Dänemark, Prinzessin Zahra Aga Khan, Prinz Aloïs von Liechtenstein, Herzog von York und die ägyptische Prinzessin Ferial.

Diesem Aufgebot von Prominenten entsprechend fallen die Sicherheitsvorkehrungen aus: "Zu Land, zu Wasser und in der Luft wird die Sicherheit verstärkt", erklärte Innenminister Philippe Deslandes. Mehr als 1300 Polizisten, darunter etliche Scharfschützen, sollen für einen reibungslosen und ungefährdeten Ablauf sorgen. Rund um den Palast der Grimaldi-Dynastie und nahe der Kathedrale wurden sämtliche Kanaldeckel zugeschweißt, um Bombenattentaten vorzubeugen.

Morgen wird zudem der monegassische Hafen gesperrt. Am Himmel werden ein französisches Awacs-Aufklärungsflugzeug sowie Düsenjäger kreisen. Die örtliche Tageszeitung "Nice-Matin" sprach von Sicherheitsvorkehrungen wie beim Nato-Gipfeltreffen in Nizza vor zwei Monaten.

Die Zufahrt nach Monaco-Ville, wie der Teil mit Fürstenpalast und Altstadtzentrum heißt, wird fast völlig gesperrt. Seit Tagen dürfen nur noch Einwohner Monacos in diesen Teil des Fürstenstaates. Touristen werden zurückgewiesen, sobald sie in die Nähe des Palastes vordringen, in dessen Kapelle Rainier aufgebahrt ist.

Bis vorgestern konnten sich die Monegassen von ihrem Fürsten verabschieden, der knapp 56 Jahre lang das Jet-Set-Paradies regiert hatte. Mehr als 10.000 Bürger machten ihm eine letzte Aufwartung.

Die meisten Einwohner werden die Trauerfeier nur im Fernsehen oder auf der Leinwand in einer der sechs monegassischen Kirchen verfolgen können. Der Zeremonie, die um 11.45 Uhr mit dem Trauerzug beginnt und um 12 Uhr mit einer eineinhalbstündigen Messe fortgesetzt wird, dürfen nur wenige von ihnen persönlich beiwohnen. Die 800 Plätze in der Kathedrale sind ausländischer Prominenz und den Ehrengästen vorbehalten. Von den 7700 echten Monegassen des 32.000 Einwohner zählenden Ministaates dürfen 3000 auf den Platz vor dem Fürstenpalast, von wo aus sich der Trauerzug in die wenige Meter entfernte Kathedrale in Bewegung setzen wird.