Monarchien Herz von Ludwig XVII. beigesetzt
Saint-Denis - Erst vor vier Jahren war durch eine DNS-Analyse bewiesen worden, dass das Herz zweifellos von einem Mitglied der Bourbonen-Familie stammt, also dem 1785 geborenen Königssohn Louis Charles gehörte.
Die hartnäckigsten Skeptiker machen zwar weiter geltend, dass es auch von Ludwigs Bruder stammen könnte.
Doch Charles-Emmanuel de Bourbon-Parme von der monarchistischen Vereinigung Memorial de France wies diese These zurück. Das 1795 bei der Autopsie vom Gefängnisarzt entnommene Organ sei nicht nach königlichen Riten behandelt worden und könne deshalb nicht von Ludwigs Bruder stammen. Der Junge war zwar ebenfalls im Kindesalter gestorben - allerdings vor der Französischen Revolution - und daher standesgemäß beerdigt worden.
Die Leiche des Thronfolgers, der in einem Kellerverlies an Tuberkulose gestorben war, wurde dagegen in einem Massengrab verscharrt. Nur sein Herz überdauerte die Zeit, der Gefängnisarzt hatte es heimlich an sich genommen.
Nun wurde heute das Herz aus einer Pariser Kirche in die Basilika von Saint-Denis gebracht, und im Beisein von 1300 Gästen, darunter zahlreichen Vertretern des europäischen Hochadels, neben den Sarkophagen anderer gekrönter Häupter bestattet. Die Eltern des Prinzen, Ludwig XVI. und Marie Antoinette, die während der Französischen Revolution geköpft wurden, sind nicht in der Basilika beigesetzt. Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt.