Monstersturm: "Ivan" peitscht Tornados übers Land - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Monstersturm "Ivan" peitscht Tornados übers Land

Mit geballter Zerstörungskraft ist Hurrikan "Ivan" auf die US-Golfküste geprallt. Begleitet von riesigen Flutwellen und zahlreichen Tornados wütet der Sturm im Bundesstaat Alabama. Das Wasser steigt, die Windstärken nehmen derzeit noch immer zu, berichtet eine Sprecherin des Katastrophenschutzes.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mobile - "'Ivan' ist da", sagte eine Sprecherin des Katastrophenschutzes in Baldwin County, an der Ostseite der Mobile Bay in Alabama. "Wir habe hier Winde in Hurrikan-Stärke und sie werden immer stärker. Man berichtet uns von steigendem Wasser und umgerissenen Bäumen und Dächern, die abgedeckt werden." Es werde noch Stunden dauern, bis nach Opfern gesucht und das genaue Ausmaß beurteilt werden könnte, teilten die Behörden mit.

Am Morgen hatte der Hurrikan die USA erreicht. Auf einer Länge von 640 Kilometern wütete der Sturm mit Windstärken von bis zu 220 Stundenkilometern an der Küste. Meterhohe Flutwellen rissen Strandhäuser weg und trieben Wassermassen tief ins Landesinnere.

Gleichzeitig bildeten sich in Folge des Hurrikans mehrere Tornados. Im Nordwesten Floridas starben zwei Menschen, als fünf von "Ivan" ausgelöste Tornados siebzig Häuser teils oder ganz niederrissen, darunter auch eine Feuerwache. Für die gesamte Küstenregion und die nördlichen Gebiete wurden Tornadowarnungen ausgegeben.

Fotostrecke

Hurrikan: "Ivan" weicht vom Kurs ab

Foto: AP

"Ivan" zog östlich der Stadt New Orleans ins Landesinnere und schwächte sich dabei leicht ab. Am Morgen befand er sich rund 60 Kilometer nordwestlich der Stadt Pensacola in Florida. Fernsehberichten zufolge wurde dort ein Krankenhaus von einem Tornado getroffen. Stromleitungen wurden niedergerissen, Häuser seien vom Wasser umspült. Hunderttausende Menschen waren am Morgen ohne Strom.

Den 200.000 Einwohnern der Stadt Mobile in Alabama hatte der Bürgermeister geraten, in Richtung Norden zu fliehen. "Ich spiele nicht mit solchen Dingen. Ich denke nicht zwei Mal darüber nach, sie hier raus zu kriegen", sagte Bürgermeister Mike Dow. Doch nicht alle waren dem Rat der Behörden gefolgt.

Versicherungsexperten schätzen, dass der Sturm allein in den USA bis zu zehn Milliarden Dollar an über Policen versicherte Schäden anrichten könnte. Dabei sind die Ausfälle der US-Ölindustrie und der Tourismusbranche noch gar nicht mitgerechnet. Energiefirmen hatten vorsorglich Plattformen geschlossen und Tausende Mitarbeiter in Sicherheit gebracht.

Die Südstaaten-Metropole New Orleans traf es weniger schlimm, als befürchtet. Der sechstgrößte je in den USA gemessene Hurrikan hatte doch noch seinen Kurs geändert. Der unter Meeresniveau liegenden Stadt am Mississippi-Delta droht jedoch eine giftige Flut aus Abwasser, Chemikalien und schmutzigem Mississippi-Wasser.