Montblanc-Prozess: "Ich konnte nichts anderes tun" - DER SPIEGEL
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Montblanc-Prozess "Ich konnte nichts anderes tun"

Am 24. März 1999 ließ der Lastwagenfahrer Gilbert Degrave sein brennendes Fahrzeug im Montblanc-Tunnel stehen und rettete sich selbst aus dem Inferno. 39 Menschen starben in dem Tunnel. Ein Gericht muss nun Degraves Rolle in der Katastrophe klären. Der Mann selbst beteuerte, ihm sei keine andere Wahl geblieben.
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Annecy - Der angeklagte Lastwagenfahrer beteuerte heute vor dem Gericht in Bonneville eindringlich seine Unschuld. "Ich konnte nichts anderes tun", entgegnete der 62 Jahre alte Belgier Gilbert auf die drängenden Fragen der Staatsanwaltschaft.

39 Menschen waren gestorben, nachdem der mit Mehl und Margarine beladene Lastwagen im Tunnel zwischen Frankreich und Italien in Brand geraten war. Die Zigarettenkippe Degraves soll das Feuer in dem Lkw ausgelöst haben. Die Justiz wirft dem Fahrer vor, seinen brennenden Lastwagen auf der Fahrbahn stehen gelassen zu haben. Stattdessen hätte er das Fahrzeug bis zu einer Haltebucht vorfahren sollen. Nach Einschätzung Degraves waren die Haltebuchten zu klein, außerdem hätte er zum Manövrieren weit auf die Gegenfahrbahn ausscheren müssen.

Der Prozess gegen 16 Personen und Institutionen wegen fahrlässiger Tötung soll bis April dauern. Angeklagt sind neben Degrave der Lastwagenhersteller Volvo sowie die Tunnelbetreiber, denen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen zur Last gelegt werden. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft.