Mord ohne Leiche: Der Angeklagte schweigt - DER SPIEGEL
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Mord ohne Leiche Der Angeklagte schweigt

Laut Anklage hat Jens al-M. vor einem Jahr den Millionärssohn Andreas Sascha Grimm erschossen und zerstückelt. Vor dem Prozessbeginn hat die Verteidigung nun ein Geständnis angekündigt. Doch noch schweigt der Angeklagte.
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Frankfurt/Main - Die Leiche des 25-jährigen Studenten, der aus dem unterfränkischen Miltenberg stammt, wurde bisher nicht gefunden. Staatsanwältin Silke Schönfleisch sagte, der hochverschuldete Angeklagte habe Grimm unter dem Vorwand eines Kokaingeschäfts in seine Wohnung gelockt. Dort habe er ihn wegen einer Beziehung zu seiner Freundin zur Rede stellen wollen. Im Verlaufe des Gesprächs habe er dem am Tisch sitzenden Grimm in den Kopf geschossen und ihn getötet.

Die Leiche habe er mit einer am selben Tag gekauften Handkreissäge zerstückelt, in Plastiksäcke verstaut und verschwinden lassen. Der 22-Jährige habe sich in den Besitz von 3000 Euro Bargeld, der Autoschlüssel und einer Luxusuhr seines Opfers gebracht. Der Vorsitzende Richter Klaus Drescher forderte den Angeklagten zu Beginn der Verhandlung eindringlich auf, endlich zu sagen, wo die Leiche Grimms zu finden sei. Kurz nach der Verhaftung des 22-Jährigen hatte es es auf Grund dessen Angaben in einem Tal im südlichen Westerwald eine aufwendige Suchaktion gegeben. Drescher verlangte, der Angeklagte solle konkretere Angaben machen, damit nicht wieder mehrere Hundertschaften der Polizei vergeblich "ganze Wälder durchkämmen".

Verteidiger Steffen Ufer hatte am Rande der Verhandlung vor Journalisten gesagt, der Angeklagte stehe dazu, dass er Grimm erschossen habe und seine Beschuldigung anderer falsch sei. Jens al-M., der Grafiker und "Visionär" als seine berufliche Tätigkeit angab, sagte aber dann vor Gericht, er werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.