Mordfall Jennifer Zeugin beobachtete Überfall
Neumünster - Die Zeugin, die laut Polizei gesehen hatte, wie die 16-Jährige von dem mutmaßlichen Täter angegriffen und in eine Hecke gezerrt worden war, meldete sich erst bei der Polizei als es zu spät war. Offenbar ging sie von einer normalen Auseinandersetzung eines Paares aus. Die späte Meldung der Zeugin könne man nicht als unterlassene Hilfeleistung bewerten, erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel am Montag. Schließlich sei zum Zeitpunkt des Ereignisses nicht klar gewesen, welche Bedeutung die Beobachtung hat. "Wir sind froh, dass der Hinweis überhaupt gekommen ist", sagte Wetzel.
Die Stelle, an der Jennifers Leiche gefunden wurde, liegt unmittelbar an einer belebten Straße und nur wenige hundert Meter von ihrer Wohnung entfernt. Der Unbekannte hielt sich nach den Erkenntnissen der Mordkommission bereits eine gewisse Zeit vor dem Überfall am Tatort auf. Die Ermittler schließen nicht aus, dass er der 16-Jährigen aufgelauert hat.
Hinweise erhoffen sich die Ermittler von Überwachungsvideos einer Burger-King-Filiale, die gegenüber dem Fundort der Leiche liegt. In dem Schnellrestaurant soll Jennifer noch gegessen haben. Sie hatte sich am Freitag, 20. September, gegen 22.50 Uhr von ihrer Freundin getrennt und wollte in ihre Wohnung in Bahnhofsnähe zurückkehren. Wenige hundert Meter davon entfernt soll der Unbekannte sie auf dem Bürgersteig angegriffen haben. Erst nach der Aussage der Zeugin fanden Polizisten die Leiche Jennifers hinter einer Hecke.
Die Polizei wies Vorwürfe zurück, den Tatort nicht ausreichend durchsucht zu haben. Die Tote sei nicht ohne weiteres zu sehen gewesen, hieß es. Andere Ermittler sprechen von einer Panne.