Mordfall Julia: Polizei verfolgt neue Spur - DER SPIEGEL
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Mordfall Julia Polizei verfolgt neue Spur

Auf der Suche nach dem Mörder der achtjährigen Julia ist die Polizei möglicherweise einen Schritt weiter gekommen. Im Zuge einer Fernsehsendung meldeten sich mehr als 100 Bürger mit Hinweisen zum Verbrechen.
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Gießen - Im Mordfall Julia fahndet die Polizei jetzt auch nach einem blauen Kleinlastwagen. Das Fahrzeug war in der Nacht vor dem Verschwinden der Achtjährigen, dem 29. Juni, bei Niddatal im Wetteraukreis (Hessen) gestohlen worden. In dieser Ortschaft fand die Polizei Julias Leiche unter einem brennenden Holzstapel.

In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" wurde der gesuchte Lastwagen am Freitagabend als ein Fahrzeug vom Typ Daimler Benz L508 mit grauer Plane beschrieben. Die Plane trug die Aufschrift "Music Hall Central Friedberg". Nur etwa 100 Meter vom Fundort der Leiche entfernt seien auch Teile der Ladung und Müll, der sich auf dem Kleinlaster befunden habe, entdeckt worden, sagte der Polizeisprecher.

Mehr als 100 Bürger hätten sich nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" am Freitagabend gemeldet, sagte ein Sprecher der Gießener Polizei am Samstag. Es seien zwei oder drei gute Hinweise dabei, die derzeit überprüft würden. Verschiedene wollen das Fahrzeug im Rhein-Main-Gebiet gesehen haben. Ein Hinweis, wonach der Lastwagen in Frankfurt gesichtet wurde, habe sich aber bereits als falsch erwiesen.

Außerdem seien etliche Hinweise auf Personen eingegangen, die in jüngster Zeit Handschellen gekauft hätten. In dem Holzstapel, in dem Julia verbrannt worden war, waren Teile von Handschellen entdeckt worden.

Die achtjährige Julia war am 29.Juni von einem Spielplatz im hessischen Biebertal verschwunden. Knapp eine Woche später wurde ihre verkohlte Leiche in einem Holzstapel im rund 50 Kilometer entfernten Niddatal entdeckt. Die Obduktion ergab, dass Julia erschlagen wurde. Der konkrete Tatzeitpunkt ist aber noch ebenso unklar wie die Frage, ob es sich um ein Sexualverbrechen handelte. Am Mittwoch wurde Julia in Biebertal beigesetzt.

Auch im Fall der vermissten Adelina aus Bremen gab es einen Hinweis. Ein Autofahrer will einen Tag nach der Entführung auf der Autobahn bei Bremen im Stau auf der Gegenfahrbahn Schreie aus einem Fahrzeug gehört haben. Die Mutter des Mädchens appellierte in der Sendung auf Russisch an ihre Landsleute, bei der Suche zu helfen. Die zehnjährige Adelina ist seit dem 28. Juni verschwunden. Die Polizei hat aber noch Hoffnung, dass das Mädchen lebt.