Mordfall Pascal Anklage gegen 13 Beschuldigte erhoben
Saarbrücken - Pascal wurde am 30. September 2001 zum letzten Mal lebend gesehen, als er mit seinem Kinderfahrrad einen Freund zum Spielen abholt. Danach, so die Überzeugung des Staatsanwalts, fiel der fünfjährige Junge einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer: Er soll von sechs der Tatverdächtigen in ein Hinterzimmer der "Tosa-Klause" gelockt und dort mehrfach brutal missbraucht worden sein. Entweder sei das Kind dann an den Folgen des Missbrauchs gestorben oder gezielt zur Vertuschung der Straftat getötet worden.
Die Wirtin der Klause soll zusammen mit mehreren Männern und Frauen ein regelrechtes Missbrauchsgeschäft aufgebaut haben, zu dessen Opfern auch der kleine Pascal gehörte. Für die Vermittlung soll die Frau pro Missbrauch 20 Mark kassiert und die Taten auch aufgezeichnet haben - die Aufnahmen konnten aber nicht gefunden werden. Auch Pascals Leiche wurde trotz mehrerer großer Suchaktionen bisher nicht entdeckt. Der Körper wird in einer Kiesgrube im lothringischen Schöneck vermutet.
Angeklagt sind jetzt sechs Tatverdächtige wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs, sieben Verdächtige beschuldigt die Staatsanwaltschaft der Beihilfe. Zwei beschuldigte Frauen gelten wegen geringer Intelligenz als vermindert schuldfähig - darunter auch die einzige Tatbeteiligte, die ein Geständnis abgelegt hat.
Bereits im Oktober 2003 war ein geistig zurückgebliebener Mann wegen der Vergewaltigung Pascals und eines Spielkameraden zur sieben Jahren Haft verurteilt worden. Später ordnete das Gericht Sicherheitsverwahrung für den laut Gutachten schwachsinnigen Mann an.