Mordfall Rey-Bellet: Mutter überlebte, weil sie sich tot stellte - DER SPIEGEL
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Mordfall Rey-Bellet Mutter überlebte, weil sie sich tot stellte

Seine Kinder sind tot, seine Frau liegt noch mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, er selbst und sein zweijähriger Enkel werden psychologisch betreut. Trotzdem ist Adrien Rey-Bellet, der Vater der ermordeten Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet, bereit zu verzeihen.
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Hamburg - Er müsse Gerold Stadler, der sich nach der Bluttat selbst erschossen hat, wohl verzeihen, sagt Rey-Bellet in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche". "Gerold war jemand, der um jeden Preis gewinnen musste - jemand, der weder eine Niederlage noch ein Nein akzeptieren konnte."

Vater Rey-Bellet ist fest davon überzeugt, dass der Mord an seiner Tochter geplant war. Stadler sei in die Wohnung der Eltern gekommen und habe Corinne sowie ihren Bruder und ihre Mutter zu sich gebeten, erzählt er in dem Interview, aus dem die "Neue Zürcher Zeitung" und die Nachrichtensite "20minuten.ch" jetzt zitieren. Gleich darauf habe er eine Waffe aus seiner Mappe gezogen und geschossen. Streit habe es nicht gegeben. Adrien Rey-Bellet selbst habe das Haus vor der Tat verlassen. Dabei sei er Stadler noch begegnet und habe ihm die Hand geschüttelt.

"Im Spital hat mir meine Frau erzählt, dass sie nur überlebt habe, weil sie sich tot gestellt habe", berichtet Rey-Bellet. Nach den Schüssen habe sie ihren Sohn Alain schreien gehört - doch sie habe sich nicht getraut, Stadler zuzurufen, er solle aufhören.

Seinem Enkel, dem zweijährigen Kevin, gehe es relativ gut. Er habe ihm erzählt, seine Mutter sei auf einer langen Reise. "Er fühlt oder ahnt, was passiert ist."

Stadler habe sich schon früher als gewalttätig erwiesen, so Rey-Bellet. Deshalb, so der Vater der Sportlerin, habe die Familie ihr geraten, Abstand zu ihrem Mann zu halten. Sie habe ihn wohl noch geliebt, aber auch Angst vor ihm gehabt.

Stadler hatte sich zwei Tage nach der Bluttat in einem Wald mit seiner Pistole eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen. Er war laut Polizei sofort tot. Hintergrund für das tödliche Drama war vermutlich die Ehekrise des Paares. Rey-Bellet hatte Stadler vor vier Jahren geheiratet und lebte mit ihrer Familie in Abtwil im Kanton St. Gallen. Corinne war nach Schweizer Medienberichten nach Ostern zu ihren Eltern ins Wallis gezogen. Sie hatte auch gesundheitliche Probleme, wie sie Freunden anvertraute.

Bruder Alain wollte vergangenen Freitag seine Freundin Sandra heiraten. Im Juli sollte dann in der Kirche, in der er nun aufgebahrt wurde, die kirchliche Trauung stattfinden.

dab